• Foto: Shamia Casiano | pexels
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Humanistischer Lesekreis: Liebe in Fjodor Dostojewskis "Verbrechen und Strafe"

Es gibt Bücher, die liest und diskutiert man aufgrund ihrer Komplexität am besten gemeinsam. Der Lesekreis trifft sich in der Regel jeden letzten Dienstag im Monat und ist die Gelegenheit, genau dies mit Büchern und Texten zu humanistischen Themen zu tun: in angenehmer Atmosphäre und mit Genuss.

2022 dreht sich bei uns im Humanistischen Lesekreis alles um die Liebe: die sinnlich-erotische ebenso wie die platonische und die Idee der selbstlosen Liebe zu anderen Menschen. Wir werden Klassiker neu entdecken und uns mit aktuellen politischen, philosophischen und praktischen Zugriffen auf diese existenzielle Form der Verbundenheit auseinandersetzen.

Die Auswahl erfolgt durch die Teilnehmenden. Programmänderungen aufgrund von aktuellen Neuerscheinungen oder neuen Vorschlägen sind ebenso willkommen wie neue Lesefreundinnen und ‑freunde.

Am 25. Januar sprechen wir über die Funktion der Liebe in Fjodor Dostojewskis Roman "Verbrechen und Strafe" (insbesondere mit Blick auf Abschnitt V und VI im 3. Teil, Abschnitt IV im 4. und Abschnitt IV im 5. Teil).

"Raskolnikow entstammt einer verarmten bürgerlichen Familie. In der schrankähnlichen Enge seines Zimmers will er, dass allein die Ratio und der Verstand sein Leben beherrschen. Aufgrund des wissenschaftlichen oder sozialen Fortschritts scheint es ihm erlaubt, eine alte Wucherin, die "nicht besser als eine Laus ist", zu töten und mit dem geraubten Geld sein Studium zu finanzieren. Sein Herz wehrt sich ebenso wie sein Unterbewusstsein gegen die geplante Tat, doch von sozialer Not gedrängt und gefangen in lebensfeindlichen Ideen, wird er zum Mörder. Das Delirium und die grenzenlose Einsamkeit, die dem Verbrechen folgen, lassen ihn erkennen, dass die Funktionen des Verstandes nicht die einzige bestimmende Dimension der menschlichen Persönlichkeit ausmachen. Leidvoll, aber bereichert durch die einfühlsame Scharfsicht des Untersuchungsrichters Porfirij und durch die frisch erwachte Liebe zu Sonja Marmeladowa, erfährt er, dass der Weg aus der Vereinsamung nur über Geständnis und Strafe führen kann." (Verlagstext)

Moderation: Ralf Schöppner

UHRZEIT: 18.00 – 19.30 Uhr

Der Lesekreis findet aufgrund der aktuellen Situation im Zusammenhang mit COVID-19 digital statt. Den Zugangslink verschicken wir nach Anmeldung unter info@humanistische-akademie-bb.de.

 

Weitere Veranstaltungen 2022:

22.02.    Eva Illouz: Warum Liebe endet

29.03.    Florian Illies: Liebe in Zeiten des Hasses

26.04.    Şeyda Kurt: Radikale Zärtlichkeit

31.05.     Erich Fromm: Die Kunst des Liebens

28.06.    Charles Fourier: Die Freiheit in der Liebe

30.08.    Sabine Hark: Gemeinschaft der Ungewählten

27.09.    bell hooks: Alles über Liebe – Neue Sichtweisen

29.11.     Hannah Arendt: Der Liebesbegriff bei Augustin

Wann?

  • 25 Jan, 18:00 Uhr

Wo?

Diese Veranstaltung findet online auf Zoom statt.
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Humanistischer Lesekreis
Termin: 25.01.2022
Zeit: 18-19.30 Uhr
Anmeldung unter info@humanistische-akademie-bb.de