• Foto: Alexander Wende | unsplash
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Svenja Flaßpöhler: Sensibel. Humanistischer Lesekreis

Es gibt Bücher, die liest und diskutiert man aufgrund ihrer Komplexität am besten gemeinsam. Der Lesekreis trifft sich in der Regel jeden letzten Dienstag im Monat und ist die Gelegenheit, genau dies mit Büchern und Texten zu humanistischen Themen zu tun: in angenehmer Atmosphäre und mit Genuss.

2022 dreht sich bei uns im Humanistischen Lesekreis alles um die Liebe: die sinnlich-erotische ebenso wie die platonische und die Idee der selbstlosen Liebe zu anderen Menschen. Wir werden Klassiker neu entdecken und uns mit aktuellen politischen, philosophischen und praktischen Zugriffen auf diese existenzielle Form der Verbundenheit auseinandersetzen.

Die Auswahl erfolgt durch die Teilnehmenden. Programmänderungen aufgrund von aktuellen Neuerscheinungen oder neuen Vorschlägen sind ebenso willkommen wie neue Lesefreundinnen und ‑freunde.

Am 29. März sprechen wir über Svenja Flaßpöhlers Buch Sensibel, und zwar insbesondere über die Kapitel VI Sprachsensibilität, VII Die Grenzen der Einfühlung, VIII Gesellschaft der Sensibilitäten und IX Abstandsregeln. Außerdem ist es sinnvoll, die Einleitung zu lesen:

"Mehr denn je sind wir damit beschäftigt, das Limit des Zumutbaren neu zu justieren. Wo liegt die Grenze des Sagbaren? Ab wann ist eine Berührung eine Belästigung? Svenja Flaßpöhler tritt einen Schritt zurück und beleuchtet den Glutkern des Konflikts: die zunehmende Sensibilisierung des Selbst und der Gesellschaft.

Menschheitsgeschichtlich steht die Sensibilisierung für Fortschritt: Menschen schützen sich wechselseitig in ihrer Verletzlichkeit, werden empfänglicher für eigene und fremde Gefühle, lernen, sich in fremde Schicksale hineinzuversetzen und mit anderen zu solidarisieren. Doch diese Entwicklung hat eine Kehrseite: Anstatt uns zu verbinden, zersplittert die Sensibilität die Gesellschaft. Erleben wir gerade den Kipppunkt fortschreitender Sensibilisierung? Svenja Flaßpöhler erzählt die Geschichte des sensiblen Selbst aus philosophischer Perspektive, beleuchtet die zentralen Streitfragen der Zeit und arbeitet den Grund für die prekäre Schieflage heraus: Weil die Widerstandskraft bis heute mit kalter Verpanzerung assoziiert wird, gilt sie als Feindin der Sensibilität. Aber stimmt das? »Sensibel« ist ein hochaktuelles, philosophisches und gleichzeitig unterhaltsames Buch, das die Sensibilität dialektisch durchleuchtet und zu dem Schluss kommt: Die Resilienz ist die Schwester der Sensibilität. Die Zukunft meistern können sie nur gemeinsam." (Verlagstext)

Moderation: Ralf Schöppner

UHRZEIT: 18.00 – 19.30 Uhr

Der Lesekreis findet digital statt. Den Zugangslink verschicken wir nach Anmeldung unter info@humanistische-akademie-bb.de.

 

Weitere Veranstaltungen 2022:

26.04.    Şeyda Kurt: Radikale Zärtlichkeit

31.05.     Erich Fromm: Die Kunst des Liebens

28.06.    Charles Fourier: Die Freiheit in der Liebe

30.08.    Sabine Hark: Gemeinschaft der Ungewählten

27.09.    bell hooks: Alles über Liebe – Neue Sichtweisen

29.11.     Hannah Arendt: Der Liebesbegriff bei Augustin

Wann?

  • 29 Mär, 18:00 Uhr

Wo?

Online auf Zoom
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Der Lesekreis findet digital statt. Den Zugangslink verschicken wir nach Anmeldung unter info@humanistische-akademie-bb.de.