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  • Kinderrechte Projekttag 2017
    Kinderrechte Projekttag 2017

Veranstaltungen: Kinderrechte-Projekttage & Lebenskunde Filmfest

Kinderrechteprojekt 2024
„Fit für Kinderrechte auf der ganzen Welt“ 

Ereignisreiche Kinderrechte-Tage im Kulturzentrum „Die Weisse Rose“ 

Monatelang bereiteten sich 18 Gruppen mit knapp 300 Schüler*innen des Humanistischen Lebenskundeunterrichts in verschiedenen Berliner Schulen und Bezirken auf die zwei Projekttage im Mai 2024 vor. 
Sie arbeiteten thematisch an den Kinderrechten, deren Wichtigkeit und Bedeutung für die Kinder – nicht nur in Deutschland. Jede Gruppe bereitet selbständig zu einem bestimmten Kinderrecht eine Aktion vor, die sie dann an den Projekttagen den anderen teilnehmenden Gruppen anboten und den Stand auch selbständig betreuten.

So konnten Kinder beispielsweise einen Parcours durchlaufen, an dem sie zum Recht auf Teilhabe und Gleichbehandlung bei Behinderungen ausprobieren konnten, wie es sich anfühlt, als Rollstuhlfahrer*in über Rampen fahren zu müssen, wie es sich anfühlt, wenn man mit Sehbehinderungen Texte erlesen oder Formen erkennen muss oder als Blinder ein Ballspiel („Klingelball“) spielen möchte, zum Recht auf Schutz vor ausbeuterischer Kinderarbeit Teppiche im Akkord weben oder stundenlang Schmuck herstellen soll. Zum Recht auf eine gesunde Umwelt konnten die Teilnehmenden aus Tetrapacks funktionstüchtige Portemonnaies basteln oder einen Stiftebecher aus alten Plastikflaschen kreieren. Die Kinder konnten Filzbälle machen, ein Kreiselspiel basteln oder ein Holz-Floß aus Resten bauen.

Eine Gruppe führte mit allen anwesenden Kindern eine Kinderrechtewahl durch, zählte die Stimmen aus und präsentierte beim Abschlussplenum das Ergebnis:
Mit großem Anstand wurde das Recht auf Schutz vor Gewalt an die erste Stelle gewählt, gefolgt vom Recht auf Freizeit und Erholung, dem Recht auf Bildung, dem Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht sowie dem Recht auf ein Privatleben.
Zum Recht auf eine gesunde Ernährung bot eine Gruppe an, dass die Kinder sich selbst einen Obstsalat zubereiten und darüber hinaus erfuhren, was die Bedeutung der Erdnusspaste im Weltgesundheitsprogramm ist; sie konnten diese sogar verkosten. Die Teilnehmenden durften T-Shirts mit dem Peace-Zeichen bedrucken, an einem anderen Stand zum Recht auf Privatleben ein Türschild schreiben und bemalen. Es wurden Stopp-Hände hergestellt, die die eigene Meinung und „Nein, das nicht!“ symbolisieren sollen und es wurde die kleinste Kinderrechteschachtel der Welt gebastelt. 

Vier 1,5-stündige Workshops rundeten die Projekttage jeweils ab: Pantomime mit Selina Senti, Kinderrechte-Rap mit Suli Puschban, Kindernotdienst mit Anita Füner und Kindheit in Peru mit Susana Fernandez de Friboese. Die Ergebnisse der Workshops durften alle beim Abschlussplenum bewundern. Die Pantomime-Gruppe führte voller Elan aber komplett stumm ein Stück gegen Ausgrenzung auf, die Rap-Gruppe präsentierte ihr selbst getextetes Lied und die Peru-Workshop-Kinder berichteten und zeigten einen Schnurspieltrick. 

Unser gemeinsam gesungenes Abschlusslied „Wir stehen auf“ von Suli Puschban konnte man bestimmt bis auf die Straße hören, so intensiv machten alle mit. 
Am Ende gingen die Kinder mit vielen selbst gemachten Dingen, etwas erschöpft vom vollgepackten Tag, aber voller neuer Ideen und Informationen zurück zu ihren Schulen. Was für zwei ereignisreiche Tage! 

Astrid Vollmar (Projektleitung) 

Fotocollage mit Eindrücken von den Kinderrechte-Projekttagen 2024
Foto/Collage: Astrid Vollmar Fotocollage mit Eindrücken von den Kinderrechte-Projekttagen 2024
Die Stockhausen Stiftung ist Förderer der Kinderrechte-Projekttage 2024.
Die Stockhausen Stiftung ist Förderer der Kinderrechte-Projekttage 2024.

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Projekttage „Fit für Kinderrechte auf der ganzen Welt“ im Schuljahr 2022/2023 

Was für ein schönes Erlebnis: An zwei Projekttagen im Mai 2023 trafen sich rund 230 Schüler*innen des Faches Humanistische Lebenskunde im Kulturzentrum „Die Weisse Rose“ um einen Vormittag lang zu den verschiedenen Kinderrechten zu arbeiten.

Alle Gruppen hatten sich zuvor im Unterricht intensiv mit den Kinderrechten beschäftigt. Es kamen Kinder von 14 verschiedenen Lebenskunde-Gruppen aus ganz Berlin. Sie bastelten, diskutierten, bauten, verkosteten oder erprobten sich an 20 Aktions-Tischen und in drei Workshops. Die Aktions-Tische hatten sie zusammen mit ihren Lehrkräften selber vorbereitet, um den anderen Kindern an ihrem Stand ein ganz bestimmtes Kinderrecht näher zu bringen.

So gab es z.B. einen Stand zum Kinderrecht auf gesunde Ernährung, wo sie ihren eigenen Obstsalat herstellen und essen konnten und nebenbei auch noch Infos über gesunde Ernährung erhielten. Ein weiterer Stand hatte einen Parcours aufgebaut, an dem die Schüler*innen ausprobieren konnten, wie sich blinde Menschen im Alltag zurechtfinden. Zum Recht auf Spiel und Freizeit gab es die Möglichkeit, Bälle zu filzen oder einen Kreisel zu bauen, zum Recht auf Bildung konnten die Kinder Stifte marmorieren, ein Lesezeichen erstellen oder ein Büchlein binden. Es wurden Stopp-Hände angefertigt, die verdeutlichen sollen, dass Kinder sich entscheiden und auch „nein“ oder „stopp, bis hier her und nicht weiter“ sagen dürfen. Armbänder mit den eigenen Initialen eingeknüpft verdeutlichten das Recht auf eine eigene Identität. Alte Tetrapacks wurde zu Klapp-Portemonnaies „upgecycled“ (Recht auf eine saubere Umwelt), die kleinste Kinderrechte-Schachtel der Welt entstand als Übersicht über alle Kinderrechte und selbst angefertigte Türschilder verdeutlichten das Recht auf Privatsphäre . 

Zwei Gruppen führten die Kinderrechtewahl durch, mit Wahlflyern, Urne, genauem Auszählen der Stimmen und Präsentation auf der großen Bühne beim Abschlussplenum. Sehr beliebt war auch der Stand (Kooperation mit der Jugendorganisation des HVD – JuHus), wo aus Holzresten kleine Flöße gebaut wurden, auf deren Segel das für das Kind wichtigste Kinderrechte gemalt wurde und welches später irgendwo in Berlin zu Wasser gelassen wird – nach dem Motto „Schicke die Kunde und das Wissen über die Kinderrechte in die Welt hinaus“! 

An den Projekttagen wurden auch drei Workshops (Pantomime, Kindernotdienst und Kindheit in Peru) von drei kompetenten Fachkräften angeboten. Etwa 50 Kinder arbeiteten intensiv 1,5 Stunden in den Workshops und führten uns allen am Ende des Projekttages ihre Ergebnisse auf der großen Bühne vor. Das muss man sich erst einmal trauen – die Kinder machten es toll! 

Mit Taschen voller gebastelter Dinge, den Kopf voller neuer Eindrücke, neuem Wissen und dem Willen, die Kinderrechte in ihrem Alltag einzufordern, machten sich die Gruppen angeregt und auch ein bisschen erschöpft nach diesem erlebnisreichen Vormittag auf ihren Heimweg. 
Alle Kinder konnten in der folgenden Lebenskundestunde ihre Bewertung über den Projekttag in einem Evaluationsbogen kundtun – die Resonanz war extrem positiv, was uns sehr freut! 

Danke an alle kleinen und großen Menschen, die sich so sehr engagierten. Danke an unseren Förderer, die Humanismus-Stiftung, Danke ans DKHW für die Wahlflyer und an den Kindernotdienst für das Infomaterial. 

Astrid Vollmar (Projektleitung) und 10 Kolleg*innen von HLK 

Eindrücke von den Kinderrechte-Projekttagen 2023
Fotos: Astrid Vollmar Eindrücke von den Kinderrechte-Projekttagen 2023

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2020: "Fit für die Kinderrechte auf der ganzen Welt",

das ist das Motto unseres Projektes für Schüler_innen und des freiwilligen Faches Humanistische Lebenskunde. Der HVD führt das Projekt schon seit mehr als 20 Jahren durch und hat inzwischen mit ihm ca. 3300 Kinder direkt erreicht. Es wird viele Wochen im Unterricht für Humanistische Lebenskunde vorbereitet und findet seinen Höhepunkt in zwei Projekttagen. Das Projekt wird seit sechs Jahren von Astrid Vollmar geleitet.

Kinder brauchen Rechte, die auf ihre besonderen Bedürfnisse abgestimmt sind. Vor rund 30 Jahren hat die Bundesrepublik Deutschland die Kinderrechtskonvention der UNESCO unterzeichnet. Aber nur etwa 4% der Kinder und 3% der Erwachsenen kennen die Konvention überhaupt.

Das ändern wir mit unserem Projekt! Und besonders für das Jahr 2020, das extrem von der Corona-Pandemie gezeichnet ist.

Viele Sozialverbände warnen im Jahr 2020 vor steigender Gewalt innerhalb von Familien. Es trifft oft das schwächste Glied, also die Kinder und somit unsere Schüler_innen. Mit unserem Kinderrechteprojekt 2020 begegnen wir besonders diesen Gefahren, wir befähigen unsere Schüler_innen zu erkennen, wann ihre Rechte beschnitten werden, wann ihnen Gefahr droht, wie sie sich wehren bzw. wo sie sich Hilfe holen können. Wir stärken ihre Selbständigkeit, ihr Demokratieverständnis und ihre Empathiefähigkeit, unsere Kinder wissen nach dem Projekt von ihren Rechten und können diese einschätzen, einfordern oder auch umsetzen.

Unser Kinderrechteprojekt 2020 – wie immer und doch ganz anders!

Nun war es also unser zweiter Anlauf für das Kinderrechteprojekt 2020 – der erste war im Lockdown der Corona-Pandemie-Welle im März stecken geblieben.

Was für eine Enttäuschung für die damals ca. 300 Schüler_innen, die sich so lang vorbereitet hatten, ganz zu schweigen von der Organisation des Projektes für so viele Kinder.

Jetzt also der zweite Anlauf, den Bestimmungen der Hygiene- und Abstandsregeln an den Schulen gerecht, und dennoch nicht minder inhaltsvoll und mit besonderem Augenmerk auf der psychischen Verfassung unserer Kinder, da viele durch die Pandemie doch verunsichert sind.

Alle jetzt beteiligten Gruppen (vier aus drei Schulen, insgesamt 60 Kinder) erhielten von ihrer Schulleitung die Genehmigung, einen Mini-Projekttag an ihren eigenen Schulen durchführen zu dürfen.

Aber immerhin mit der Möglichkeit für alle beteiligten Kinder, an zwei Workshops teilzunehmen: Selina Senti erarbeitet aktiv mit den Kindern eine Pantomime zum Thema "Recht auf Teilhabe, Schutz vor Ausgrenzung", Susana Fernandez erklärt den Schüler_innen das Leben von Kindern in Peru, sie hat Filme, Spiele und Informationen aus ihrer Heimat dabei. "Es ist echt cool, sich so bewegen zu können" sagte hinterher eine Schülerin der Grundschule Wolkenstein zum Pantomimeworkshop, "Ich habe gelernt, dass es mir in meiner Heimat sehr gut geht" sagte ein anderes Kind nach dem Workshop zur Kindheit in Peru.

Nach je 1,5 Stunden Workshop gehen die Kinder in den so genannten "Markt der Möglichkeiten". Hier sind Stände aufgebaut, größtenteils mit dem bereitgestellten Material der drei anderen beteiligten Gruppen. Die Gruppen haben sich gegenseitig Briefe und Anleitungen geschickt, so dass an den Ständen gezielt gearbeitet werden kann.

Die Schüler_innen begegnen hier aktiv verschiedenen Kinderrechten, in der Praxis erfahren sie, was ein bestimmtes Recht beinhaltet und bedeutet. Am Stand zum Recht auf eine eigene Meinung und auf Schutz vor Missbrauch können die Kinder "Stopp-Nein-Hände" basteln. Am Stand zum Recht auf Information und Teilhabe erstellen sie "Die kleinste Kinderrechteschachtel der Welt". Am Stand über das Recht auf eine saubere Umwelt werden Portemonnaies aus alten Milchtüten upgecycled und am Stand über das Recht auf Schutz vor ausbeuterischer Kinderarbeit weben die Schüler_innen einen symbolischen Teppich. Dem Recht auf Spiel und Freizeit nähern sich die Kinder durch das Knüpfen eines Freundschafts-Armbandes.

Abgerundet wird jeder Projekttag in einer Auswertung mittels Fragebögen, in denen die Kinder ihre Meinung zum Projekttag und der Bedeutung der Kinderrechte abgeben können.

In der Folgewoche veranstaltet jede teilnehmende Gruppe noch eine große "Kinderrechtewahl", wo die drei wichtigsten Kinderrechte per Briefwahl bestimmt werden. Erreicht werden mit dieser Wahl ca. 300 weitere Kinder. "Das Recht auf Schutz vor Gewalt", "…auf Spiel und Freizeit", "… auf Bildung" und "… auf Schutz im Krieg und auf der Flucht" sind die Gewinner-Rechte der letzten fünf Jahre; auch dieses Jahr belegen diese Rechte die gleichen Ränge. HIER GEHT ES ZUR ÜBERSICHT

 "Je mehr Kinder von ihren Rechten wissen, umso besser können sie sich und andere schützen oder sich Hilfe holen". Das ist unser wichtigstes Ziel. Gerade in Zeiten wie dieser - denn in der Corona-Pandemie steigen die Zahlen häuslicher Gewalt und wir müssen alles daransetzen, die Kinder zu schützen!

Danke an alle beteiligten Lehrerinnen für Humanistische Lebenskunde, allen Schulleitungen sowie die Unterstützung der Schulorganisation und des Ausbildungsinstituts und an unseren Förderer, die Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin jfsb.

Astrid Vollmar
Projektleitung Fit für die Kinderrechte auf der ganzen Welt des Humanistischen Verbandes Deutschland

Eindrücke vom Kinderrechteprojekttag 2020
Eindrücke vom Kinderrechteprojekttag 2020

Das Projekt wird gefördert von der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin

Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin
Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin

 

Lebenskunde-Filmfest

Bereits Seit 2002 findet unser Lebenskundefilmfest statt. In vielen Gruppen arbeiten die Kolleg*innen mit Video und das Filmfest ist die Gelegenheit für die jungen Filmemacher*innen ihr Werk auf der großen Leinwand zu sehen und es dem Publikum aus den anderen Gruppen zu präsentieren. Das Höfekino in den Hackeschen Höfen ist uns dabei seit langem ein guter und verlässlicher Partner.

In jedem Jahr wird zu Beginn des Schuljahres bei einem Treffen mit den interessierten Kolleg*innen ein lebenskundliches Thema gewählt. Bisherige Themen:

  • 2002: Mein Blick auf meine Welt
  • 2004: Berlin hat viele Gesichter
  • 2005: Die große Frage
  • 2007: Unterwegs
  • 2008: Da fühle ich mich wohl
  • 2009: Erforschen und entdecken
  • 2010: Rätselhaftes
  • 2011: Ich-du- wir
  • 2012: Alles Anders
  • 2013: Das Ist ungerecht!
  • 2014: Mutig sein
  • 2015: Echt cool ?!
  • 2016: Alle anders, alle gleich!
  • 2017: Wertvoll
  • 2018: Respekt!
  • 2019: Ist das wirklich wahr?
  • 2022: Wer bestimmt?
  • 2023: Die große Frage
  • 2024: Zukunft!

Der Höhepunkt ist dann der Tag des Filmfestes. Groß ist die Aufregung wenn die jungen Künstler*innen nach der Vorführung auf die Bühne kommen und Fragen aus dem Publikum beantworten, im Anschluss gibt es neben einem dicken Applaus noch die Urkunden.

Organisation und Kontakt: Festivalleitung Bernhard Stolz

Vorfreude: Lebenskundegruppen betreten den Eingang zum Filmfest 2023 in den Hakeschen Höfen in Berlin-Mitte
Foto: Susan Navissi Vorfreude: Lebenskundegruppen betreten den Eingang zum Filmfest 2023 in den Hakeschen Höfen in Berlin-Mitte

Kontakt

Astrid Vollmar
Leitung Projekt Kinderrechte
Bernhard Stolz
Lebenskundelehrer, Verantwortlicher für EU-Projekte und Lebenskundefilmfest

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