Ein wichtiges Signal für die Selbstbestimmung der Frauen in Berlin

Andrea Käthner-Isemeyer, u.a. für die Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle im Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg KdöR verantwortlich, begrüßt die Initiative der Grünen-Politikerinnen Silke Gebel und Anja Kofbinger ausdrücklich:

"Diese Initiative ist genau die richtige Antwort auf den seltsamen Sinneswandel der Sozialdemokraten im Bundestag, die ihre klare Position, sich gemeinsam mit FDP, Grünen und Linkspartei für die zeitnahe Abschaffung des Paragrafen 219a StGB einsetzen zu wollen, der Regierungsbildung geopfert haben. Silke Gebel und Anja Kofbinger zeigen mit ihrem couragierten Vorgehen, wie bedeutsam für die betroffenen Frauen und Familien die frühzeitige Information und Beratung durch Fachkräfte ist, um selbstbestimmt und wissend die beste Entscheidung für sich treffen zu können. Dass sich verantwortungsbewusste Ärzt_innen wie Dr. Kristina Hänel immer noch strafbar machen, wenn sie über das Für und Wieder sowie die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs informieren, ist ein gesellschaftliches Armutszeugnis."

Weiter weist die Abteilungsleiterin für Soziales im HVD Berlin-Brandenburg auf die unsichere Situation von Frauen in Notlagen hin:

"Es ist eine Zumutung für alle Frauen, dass der Abbruch einer Schwangerschaft immer noch kriminalisiert ist, auch wenn er in den ersten drei Monaten nicht strafrechtlich verfolgt wird. Moralisch aber schwebt über den Betroffenen weiterhin das Damoklesschwert eines Rechtsbruchs, der in der ohnehin schon nicht leichten Situation, eine solche Entscheidung treffen zu müssen, zusätzlich belastend wirkt. Das zugleich selbst ernannte Lebensschützer, die behandelnde Ärzt_innen und betroffene Frauen vor Kliniken und Arztpraxen bedrängen und bedrohen, kaum strafrechtliche Konsequenzen fürchten müssen, ist ein Skandal."

"Die Strafrechtsparagrafen 218 und 219a müssten längst abgeschafft sein. Der Verlauf der politischen Debatte weist aber einmal mehr darauf hin", führt Käthner-Isemeyer weiter aus, "dass der Körper der Frau scheinbar immer noch eine legitime politische Verhandlungsmasse ist, über die mehrheitlich Männer verfügen. Das zeigt, wie es um die Gleichberechtigung von Mann und Frau in Deutschland tatsächlich steht. Länder wie die Niederlande, Norwegen, Schweden, Frankreich oder die Schweiz sind da deutlich weiter."

Kontakt

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Andrea Käthner-Isemeyer
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Sabrina Banze
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Thomas Hummitzsch
Leitung des Referats für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit