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Unterstützer_innen-Brief für die Humanistische Hochschule Berlin

Der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg KdöR (HVD BB) gründet derzeit in Berlin eine Humanistische Hochschule. Sie wird mit den drei Studiengängen Soziale Arbeit (Bachelor of Arts), Humanistische Lebenskunde (Weiterbildungsmaster) und Angewandte Ethik (Weiterbildungsmaster) starten. Der HVD BB verfügt nicht nur als Träger sozialer Dienstleistungen mit jeweils rd. 1.500 hauptamtlich wie ehrenamtlich Beschäftigten in rund 70 Einrichtungen über einen substantiellen Einblick in die Praxis, er ist auch bereits jetzt ein etablierter Bildungsträger. Ausgehend von seiner Fachexpertise und Praxisnähe strebt der HVD BB über die Gründung einer Hochschule der Angewandten Wissenschaften die wissenschaftliche Fundierung seiner vielfältigen Praxisfelder an.

Die Unterzeichnenden unterstützen mit Nachdruck die Gründung der Humanistischen Hochschule Berlin, denn:

  1. Die Humanistische Hochschule Berlin schafft dringend benötigte Studienplätze

    Der Bedarf an Fachkräften der Sozialen Arbeit ist steigend. Die Nachfrage der Studierenden ist in Berlin seit 2010 um 61 Prozent angestiegen und bleibt expansiv, so dass weitere Akteure nicht nur sinnvoll, sondern notwendig sind. Die Humanistische Hochschule deckt einen Teil des anhaltend bestehenden Kapazitätsdefizits und wirkt damit auch der Abwanderung Studierender in andere Bundesländer entgegen.

    Die Akademisierung der Ausbildung der Lehrer_innen für Humanistische Lebenskunde ist ein überfälliger Schritt: Obwohl sich das Unterrichtsfach inzwischen fest an der Berliner Schule etabliert hat und sich großer, steigender Nachfrage erfreut, werden die Lehrkräfte bislang nicht an den Berliner Hochschulen ausgebildet. Die Humanistische Hochschule trägt durch die Stärkung der wissenschaftlichen Basis zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Faches und der Ausbildung wesentlich bei.

    Angebote der Angewandten Ethik sind in Berlin nicht ausgeprägt, so dass die Hochschule hier innovativen Bedarfen entgegenkommt. Vor dem Hintergrund des weltanschaulichen Profils beleuchtet der Weiterbildungsmaster in Angewandter Ethik die Potentiale, Grenzen und Folgenbewertung menschlichen Tuns aus ethischer Perspektive und trägt so dazu bei, dass Entscheider_innen die ethischen Fragestellungen ihrer beruflichen Praxis qualifizierter bewerten können.
     

  2. Eine offene Gesellschaft braucht Vielfalt.

    Die Humanistische Hochschule Berlin erlaubt eine neue Perspektive auf anerkannte Studiengänge und Praxisfelder. Sie ermöglicht die Etablierung einer humanistisch orientierten Forschungstradition, wie dies etwa in den Niederlanden schon Tradition ist (bspw. University of Humanistic Studies in Utrecht). Das humanistische Profil der Hochschule und ihrer Studiengänge kommt der Lebensauffassung und den Bedarfen einer mehrheitlich säkular-humanistisch orientierten Bevölkerung (EMNID Umfrage, 2016) entgegen. Die Humanistische Hochschule trägt damit zur Abbildung der Vielfalt der Stadt bei und leistet neben den kirchlichen Hochschulen einen Beitrag zur offenen Gesellschaft.
     

  3. Die religiös-weltanschauliche Neutralität des Staates verlangt Gleichbehandlung.

    Aufgrund der Sonderstellung des HVD BB als Weltanschauungsgemeinschaft und Körperschaft des öffentlichen Rechts besteht eine Analogie zu den konfessionellen Hochschulen, die eine Landesförderung erhalten. Das Land Berlin muss keine kirchlichen oder weltanschaulichen Hochschulen finanzieren; wenn es dies aber tut, dann gilt der Förderanspruch für alle vergleichbaren Einrichtungen. In diesem Sinne besteht ein Anspruch, der sich aus dem im Grundgesetz wurzelnden Gleichheitsgrundsatz in Verbindung mit dem Gewährleistungsgehalt der Weltanschauungsfreiheit ergibt.

Die Humanistische Hochschule Berlin wird ein Gewinn für den Hochschulstandort Berlin und die Hochschullandschaft in Deutschland sein. Wir fordern deswegen die Entscheider_innen dazu auf, die Gründungsinitiative zu unterstützen und ihr finanzielle Förderung durch das Land Berlin zukommen zu lassen.
 

Unterzeichner_innen:

Wenn Sie das Unterstützerschreiben unterzeichnen und die Gründung der Humanistischen Hochschule Berlin mit voranbringen möchten, senden Sie bitte eine Mail mit Ihrem Vornamen und Namen, Ihrer Funktion und der Einrichtung, für die Sie tätig sind an: presse@hvd-bb.de

Prof. Dr. Maxi Berger, Kulturwissenschaften, Fakultät Gestaltung, Hochschule Wismar

Prof. Dr. Heiko Beyer, Professor für Soziologie, Institut für Sozialwissenschaften, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Prof. Dr. Michael Bongardt, Philosophisches Seminar, Universität Siegen

Prof. Dr. Christoph Bördlein, Professor für Allgemeine und Klinische Psychologie sowie verhaltensorientierte Handlungslehre, Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

Dr. Carsten Frerk, Leiter der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland

Prof. Dr. Bernd Hecker, Hochschullehrer, Juristische Fakultät der Universität Tübingen

Priv.Doz.Dr. Siegfried Heimann, Historiker und Politikwissenschaftler, Otto-Suhr-Institut der Freien Universität, im Ruhestand

Dr. Philip Hogh, Professor für Praktische Philosophie, Universität Kassel

Manfred Isemeyer, Vorsitzender der Humanismus Stiftung Berlin

Horst Junginger, Professor für Religionswissenschaft und Religionskritik, Universität Leipzig

Dr. Dr. Joachim Kahl, Philosoph

Prof. Dr. Jochen Kaiser, Professor für Medizinische Psychologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Prof. Dr. phil. Christine Kirchhoff, Psychoanalyse, Subjekt- und Kulturtheorie, Internationale Psychoanalytische Universität Berlin (IPU)

Prof. Dr. Rolf Kreibich, Professor für Soziologie der Technik, Technikfolgenabschätzung und Zukunftsforschung, Präsident der Freien Universität a.D.

Prof. Dr. Frauke A. Kurbacher, Professorin für Philosophie, Professur für Ethik und Interkulturelle Kompetenz an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW

Prof. Dr. Dirk Lange, Professor für Didaktik der politischen Bildung, Universität Wien/Leibniz, Universität Hannover, ehemaliger Lehrer für Humanistische Lebenskunde

Christian Lohwasser, FB-Sprecher Werteorientierte Soziale Arbeit, DBSH - Berufsverband Soziale Arbeit

Prof. Dr. Stefania Maffeis, Professur für Politikwissenschaft - Politische Theorie und Bildungstheorien, Evangelische Hochschule Dresden (EHS)

Dr. med. Dipl. biol. Michael de Ridder, Chefarzt Vivantes Klinikum Am Urban a.D., Mitgründer und Geschäftsführer a.D. des Vivantes-Hospizes Tempelhof

Prof. Dr. Dieter Röh, Professor für Soziale Arbeit, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

Prof. em. Dr. Enno Rudolph, Philosophie, Universität Luzern (CH)

Prof. Dr. Tatjana Schnell, Professorin für Psychology of Religion and Existential Psychology, MF Specialized University, Oslo, Norway

Norbert Schüler, Rentner

Prof. Dr. Dr. habil. Jörg Soller, Vorstandsvorsitzender des Instituts für Tourismus Berlin e.V.

Dr. Jutta Standop, Professorin für Allgemeine Didaktik und Schulpädagogik, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Jörg Steinert, Politikwissenschaftler, LGBT-Aktivist, Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg a.D. und Berater der Ibn Rushd-Goethe Moschee

Prof. em. Dr. Gerhard Streminger, Philosoph, Professor an der Universität Graz

Alice Ströver, Kulturmanagerin, Staatssekretärin a.D.

Prof. Dr. Philipp Thomas, Philosophie/Ethik, Pädagogische Hochschule Weingarten

Sebastian Tränkle, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Philosophie, Freie Universität Berlin

Jens von Wedel, Rechtsanwalt, Gentz und Partner

Prof. Dr. Franz Josef Wetz, Philosophie, Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd

Prof. Dr. Frieder Otto Wolf, Freie Universität Berlin, Institut für Philosophie

Dr. Christine Zunke, Dozentin und Leiterin der Forschungsstelle Kritische Naturphilosophie, Institut für Philosophie, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Dr. Robert Zwarg, Gastprofessur für Kritische Gesellschaftstheorie, Universität Gießen

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Katrin Raczynski
Vorstandsvorsitzende