• Verbesserungen sind keine Grenzen gesetzt.
    Foto: Konstantin BörnerVerbesserungen sind keine Grenzen gesetzt.

Verbesserungen sind keine Grenzen gesetzt – auch 2019 nicht

Was für ein aufregendes Jahr liegt hinter uns. Die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts gleich zu Jahresbeginn war natürlich ein absoluter Höhepunkt. Doch wer dachte, dass es danach bergab geht, der sah sich getäuscht. Unsere erste Teilnahme am Christopher Street Day mit einem Bus unter dem Motto "Wir denken queer" war zweifellos ein bis dato in unserer Geschichte einmaliges Erlebnis, an das wir im kommenden Jahr anknüpfen wollen. Bei der #unteilbar-Demo in Berlin sind wir gemeinsam mit Tausenden für eine offene und freie Gesellschaft auf die Straße gegangen.

Die Preisverleihungen an den Schriftsteller Ralf Rothmann (Uwe Johnson Preis) und die Journalistin Dunja Hayali (Flechtheimpreis für Demokratie und Menschenrechte) werden sicher allen in Erinnerung bleiben, denn beide Preisträger_innen hinterließen mit ihren bemerkenswerten Dankesreden einen nachhaltigen Eindruck. Gerahmt wurde das Jahr von zwei lebendigen Mitgliederversammlungen, eine zu Beginn, die andere am Ende, wobei letztere einen Ausblick auf unsere Kampagne EINE_R VON UNS bot, die in 2019 hoffentlich für Gesprächsstoff in Berlin und Brandenburg sorgen wird.

Unser Jahr bestand aber nicht nur aus festlichen Anlässen. Mit unseren fast 1.300 Angestellten haben wir unser Bestes gegeben, um in dieser herausfordernden Zeit für die Menschen in Berlin und Brandenburg da zu sein. In unseren Kindertagesstätten und Jugendfreizeiteinrichtungen haben wir uns um die Anliegen der jüngsten und jungen Generation gekümmert und zugleich Familien in der Alltagsbewältigung unterstützt. Im Humanistischen Lebenskundeunterricht haben unsere Lehrkräfte über 65.000 Schüler_innen in Berlin und Brandenburg zu spannenden Diskussionen über Gerechtigkeit in der Welt, Toleranz vor der Haustür oder zum kleinen und großen Glück geführt.

Alleinstehende, Familien, Unterstützungs- und Hilfebedürftige, Senior_innen und Angehörige fanden Beratung, Begleitung und Unterstützung in unseren sozialen und gesundheitspolitischen Anlaufstellen. Das, was unsere Kolleg_innen in unseren Einrichtungen tagtäglich erleben, die Herausforderungen, vor die sie gestellt sind, die Nöte derjenigen, die sie kennenlernen, aber auch die Dankbarkeit, die sie zurückbekommen, sind das, was uns täglich antreibt.

2018 war ein anspruchsvolles Jahr. Unsere Gesellschaft steht unter Spannung. Das spüren wir in Berlin ebenso wie in Brandenburg. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander, immer mehr Menschen haben Angst vor der Zukunft, fürchten existenzielle Nöte. Diese Ängste sind nicht trivial, vor allem die politisch Verantwortlichen müssen sich ihnen annehmen.

Klar muss aber auch sein: Zukunftsängste sind keine Rechtfertigung, um die Menschenrechte über Bord zu werfen. Menschenhass, Intoleranz und Rassismus nehmen wir nicht hin. Wir stellen uns dagegen!

In Brandenburg wird 2019 ein neues Parlament gewählt. Es steht zu befürchten, dass sich der Rechtsruck in unserer Gesellschaft dort fortsetzt. Wer etwas dagegen tun möchte, muss nicht Grenzen bauen, sondern das, was wir haben, gerechter verteilen. Als Gesellschaft dürfen wir es nicht zulassen, dass eine Verkäuferin, ein Hausmeister, eine Frisörin oder ein Erzieher Zweitjobs ausüben müssen, um über die Runden zu kommen. Es kann nicht sein, dass sich Angehörige zwischen der Pflege von Verwandten oder einem Job entscheiden müssen. Hier haben wir als Gesellschaft viel zu tun. Kein Grund, den Kopf überfordert in den Sand zu stecken. Gemeinsam schaffen wir das.

Der amerikanisch-kanadische Psychologe Steven Pinker ergreift in seinem aktuellen Buch "Aufklärung Jetzt!" das Wort für Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt. Darin schreibt er:

"Wir werden nie in einer perfekten Welt leben, und es wäre auch gefährlich, danach zu suchen. Den Verbesserungen, die wir erzielen können, wenn wir unser Wissen weiterhin zum Wohl der Menschheit einsetzen, sind jedoch keine Grenzen gesetzt."

Möge jede_r Einzelne dies im neuen Jahr beherzigen. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein gesundes, erfüllendes und humanistisches 2019.

Kontakt

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Thomas Hummitzsch
Leitung des Referats für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit