Projekte

Unser Hauptanliegen ist es, den Familien in dieser so schwierigen Lebensphase beizustehen. Deswegen bieten wir neben der Betreuung durch unsere Familienbegleiter weitere Projekte an. Alle Angebote sind kostenlos für die Betroffenen.

  • Musiktherapie
  • Kunsttherapie
  • Elterncafé

In Kooperation mit dem Klinikum Buch bietet das Berliner Herz einmal wöchentlich auf der Kinderonkologie , Frühgeborenen- und Intensivstation, sowie der Lungenstation für Kranke und Angehörige eine Kaffee- und Kuchenbar an. So können Eltern uns zwanglos kennenlernen, austauschen und sich über Unterstützungsangebote informieren.

"Der Seele Bilder malen, Samen säen..."

Zur Kunsttherapie im Berliner Herz

In der Arbeit mit schwerkranken und sterbenden Kindern (und ebenso Jugendlichen und jungen Erwachsenen) hat sich Kunsttherapie als tragender und wichtiger Teil der psycho-sozialen Betreuung bewährt und ist inzwischen als unverzichtbarer Bestandteil der fortschrittlichen internationalen Hospizarbeit etabliert- so auch im Berliner Herz des HVD. Kunsttherapie leistet in der außergewöhnlichen Situation, in der sich lebensbedrohlich erkrankte Kinder befinden, einen wichtigen Beitrag zu psychischer und seelischer Entlastung. Im Berliner Herz wird Kunsttherapie sowohl für lebensbedrohlich erkrankte junge Menschen als auch für deren Geschwister und Eltern angeboten.

Kunsttherapie ist eine prozess- und  ressourcenorientierte Therapieform: Sie bietet dem lebensbedrohlich erkrankten Kind die Möglichkeit, sich über das Medium Kunst mitzuteilen, auch wenn Sprache fehlt. Trotz körperlicher Defizite kann es sich in einen aktiv schöpferischen, dialoghaften und auch freudvollen Handlungsprozess  begeben und dabei den Verlauf dieses Prozesses maßgeblich bestimmen. Der zunächst nonverbale künstlerische Prozess kann somit ein  allmähliches und behutsames Herausführen aus innerer Isolation ermöglichen, eine erholsame Auszeit von Leid und Bedrückung bedeuten und gleichzeitig Prophylaxe zur Vermeidung weiterer psychosomatischer Beschwerden sein.

Kunsttherapie wird vom Berliner Herz aktuell durch zwei Diplom-Kunsttherapeuten sowohl der Helios-Klinik (Berlin-Steglitz, Mukoviszidose-Station/Immunologie), dem Klinikum Buch (Berlin-Buch, Schwerpunkt Pneumologie) als auch Familien mit lebensbedrohlich erkrankten Kindern zuhause im Großraum Berlin besuchend zur Verfügung gestellt.

Da die Kunsttherapie für das Berliner Herz in der Regel eine aufsuchende, ambulante Form der Therapie darstellt, bedarf es hier seitens des Kunsttherapeuten einer ganz besonderen Aufmerksamkeit auf die Gewährleistung und Einhaltung eines geschützten Rahmens , in welchem dem gestaltenden jungen Menschen (trotz eines beispielsweise hektischen Klinikalltags oder einer belasteten Familiensituation) das ungestörte Eintauchen in den therapeutischen Prozess und in die eigene innere Bilderwelt weitestgehend ermöglicht werden kann. Nur dann können  gefahrlos und in Ruhe neue Herangehensweisen an innere Fragestellungen, Nöte, Ängste etc. innerhalb des Gestaltungsprozesses ausprobiert und umgesetzt werden.

Auch Geschwisterkinder sollten innerhalb des kunsttherapeutischen Prozesses erleben können, dass sie ihren belastenden und zum Teil widersprüchlichen Gedanken und Gefühlen auf Dauer nicht schutzlos ausgeliefert sein müssen, sondern dass widerstreitende Emotionen wie beispielsweise Wut/Trauer oder Hass/Schuld in ihrer Situation durchaus natürliche und verständliche Reaktionen sind, welche sich aber mit der Zeit klären können, wenn sie ausgedrückt und somit be- und verarbeitbar gemacht werden. Die verschiedenen Altersstufen der Kinder erfordern dabei jeweils unterschiedliche individuelle Unterstützungs- und Begleitungsformen.

Für trauernde Eltern kann kunsttherapeutische Arbeit bedeuten, sich innerhalb des künstlerischen Prozesses den eigenen inneren Stärken und Stützen allmählich wieder bewußter zu werden, diese wieder anzunehmen und somit zukünftig auch für die Bearbeitung der eigenen seelischen Ausnahmesituation nutzbar zu machen.

Die im künstlerischen Tun entstandenen Bilder oder Plastiken werden  in der Kunsttherapie weniger vordergründig als Kunstwerk beurteilt, aber unbedingt willkommen geheißen und in ihrer individuellen Bildsprache wertgeschätzt. Sie dienen eher als ein innerer Hinweis und sind möglicherweise Wegweiser für den weiteren Verlauf des gestalterischen Prozesses. Gleichwohl können die entstandenen Bilder Botschaften oder Anknüpfungspunkte für Gespräche sein. Sie können die Außenwelt berühren, uns an Wesentliches erinnern oder uns einfach nur Freude schenken.

Kunsttherapie findet in Einzel- oder  Gruppenarbeit statt.
Die Angebotspalette der ambulanten wie auch der stationären Kunsttherapie ("mobiles Atelier", besuchend mit Korb und Wägelchen) ist mannigfaltig, immer an Wünschen, Bedürfnissen und Situationen des Patienten ausgerichtet und umfasst unter anderem:

  • Malen mit Auarell- oder Temperafarben ( "Naß-in-Naß"-Technik)
  • Farbmeditation mit Pflanzenfarben
  • Zeichnen (Pastelle, Wachskreiden, Filz- Bunt und Graphitstifte)
  • Plastisch- Therapeutisches Gestalten mit Ton oder Plastilin
  • Spontanes Ausdrucksmalen
  • Kalligrafisches Zeichnen ( Zen- Kunst,  Meditation, Selbstwahrnehmung)
  • freikünstlerisches Arbeiten
  • Film/Videoarbeit
  • Lyrik/ Gedichte

(Von Gerald Auler und Frauke Schärff)

Literaturempfehlungen zum Thema:
D. Tausch- Flammer: "Wenn Kinder nach dem Sterben fragen", Herder, 1998
E. Kübler- Ross: "Kinder und Tod", Kreuz-Verlag, 1983
E. Kübler- Ross: "Verstehen was Sterbende sagen wollen", Kreuz-Verlag, 1989

Musiktherapie

- Eine Handreichung für schwerkranke Menschen und deren Angehörig

Definition: Musiktherapie ist der gezielte Einsatz von Musik im Rahmen der therapeutischen Beziehung zur Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit.
Die deutsche musiktherapeutische Gesellschaft sieht Musiktherapie als "eine praxisorientierte Wissenschaftsdisziplin," die in enger Wechselwirkung mit Medizin, Gesellschaftswissenschaften, Psychologie, Musikwissenschaft und Pädagogik steht.

Geschichte
Bereits vor mehr als 4.000 Jahren wurde Musik bei Heilritualen eingesetzt. Seit etwas mehr als 50 Jahren lässt sich von Musiktherapie als Wissenschaftsdisziplin bzw. eigenständiges Berufsbild sprechen.

Anwendungsbereiche
Musiktherapie kann sowohl stationär als auch ambulant durchgeführt werden. Vor allem in psychosomatischen und psychiatrischen Kliniken sowie Nachsorgeeinrichtungen gehört Musiktherapie zur Regelversorgung
Musiktherapie wird u. a. eingesetzt bei der Behandlung von

  • Psychiatrischen und psychosomatischen Erkrankungen
  • Abhängigkeitserkrankungen
  • Traumata
  • Geriatrischen Patienten
  • Komatösen Patienten
  • Unheilbar Kranken/ Sterbenden
  • Chronischen Schmerzen
  • Frühgeborenen/ erkrankten Säuglingen
  • Entwicklungs- und Verhaltensstörungen
  • Psychischen Problemen im Kindes- und Jugendalter

Bei der Betreuung, Beratung und Therapie von Familien
Formen von Sprachlosigkeit, geistiger oder körperlicher Behinderung
Die Indikation zur Musiktherapie ergibt sich nicht aus einer Diagnose, sondern aus der psychischen Befindlichkeit, den Kommunikationsmöglichkeiten und der Introspektionsfähigkeit der jeweiligen Patienten.

Wirkung
Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen den Nachweis von der      Effektivität musiktherapeutischer Behandlungen bei unterschiedlichsten  Erkrankungsbildern.

Spektrum
Musiktherapie wird, um den unterschiedlichen Aufgaben gerecht zu werden, in verschiedenen Settings realisiert. Hier sollen formale Bedingungen musiktherapeutischer Settings genannt werden. Man unterscheidet die zwei Gruppen der rezeptiven und der aktiven Musiktherapie. Die rezeptive Musiktherapie wirkt therapeutisch durch das Hören bestimmter, bereits fertiger oder improvisierter Musikstücke. Kernstück der aktiven Musiktherapie ist die musiktherapeutische Improvisation, in der Klienten bzw. Patienten nach bestimmten Vorgaben oder frei improvisieren. Weiterhin ist die Einzelmusiktherapie von der Gruppenmusiktherapie zu unterscheiden. Die Gruppengröße ist auch aus pragmatischen Gründen unterschiedlich, sollte jedoch zehn Teilnehmer sicher nicht überschreiten.
2.Stationär und ambulante Betreuung durch Musiktherapie

Musiktherapie im Tageshospiz versteht sich als Ergänzung und Unterstützung  zum musiktherapeutischen ambulanten Hospizdienst.
Musiktherapie bedeutet nicht, dass ausschließlich musikalisch gearbeitet werden muss.

Ziel

  • Ein Stück Normalität zu geben
  • Ein Weg zu den Gefühlen (Emotionale Hilfe /emotionalen Ausdruck zu üben)
  • Wahrnehmungsfähigkeit  Ausdrucksfähigkeit zu fordern (Musikalische Dialog)
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Unmittelbarer Kontakt zum Patienten zu gewinnen
  • Verbesserung der körperlichen Beweglichkeit
  • u.s.w.

Arbeitsmodalitätenfeld

  • Musiktherapie als Hinführung zu einer geordneten Beweglichkeit (Übungszentriertes Arbeiten)
  • Musiktherapie als Erfahrung einer nonverbalen Kommunikation (Erlebniszentriertes Arbeiten)
  • Musikalische Seelsorge (Verhaltenszentriertes Arbeiten)
  • Nachnährendes Arbeiten