• Musiktherapie ist selbst für die Kleinen und Kleinsten beruhigend und tut gut.
    Musiktherapie ist selbst für die Kleinen und Kleinsten beruhigend und tut gut.

Musiktherapie

Musiktherapie ist der gezielte Einsatz von Musik im Rahmen der therapeutischen Beziehung zur Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit. Die deutsche musiktherapeutische Gesellschaft sieht Musiktherapie als "eine praxisorientierte Wissenschaftsdisziplin," die in enger Wechselwirkung mit Medizin, Gesellschaftswissenschaften, Psychologie, Musikwissenschaft und Pädagogik steht.

Anwendung und Wirkung

Bereits vor mehr als 4.000 Jahren wurde Musik bei Heilritualen eingesetzt. Seit etwas mehr als 50 Jahren lässt sich von Musiktherapie als Wissenschaftsdisziplin beziehungsweise eigenständiges Berufsbild sprechen. Sie kann sowohl stationär als auch ambulant durchgeführt werden. Vor allem in psychosomatischen und psychiatrischen Kliniken sowie Nachsorgeeinrichtungen gehört Musiktherapie zur Regelversorgung. Sie wird unter anderem eingesetzt bei der Behandlung von

  • Psychiatrischen und psychosomatischen Erkrankungen
  • Abhängigkeitserkrankungen
  • Traumata
  • Geriatrischen Patienten
  • Komatösen Patienten
  • Unheilbar Kranken/Sterbenden
  • Chronischen Schmerzen
  • Frühgeborenen/ erkrankten Säuglingen
  • Entwicklungs- und Verhaltensstörungen
  • Psychischen Problemen im Kindes- und Jugendalter
  • Bei der Betreuung, Beratung und Therapie von Familien
  • Formen von Sprachlosigkeit, geistiger oder körperlicher Behinderung

Die Indikation zur Musiktherapie ergibt sich nicht aus einer Diagnose, sondern aus der psychischen Befindlichkeit, den Kommunikationsmöglichkeiten und der Introspektionsfähigkeit der jeweiligen Patienten.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen den Nachweis von der Effektivität musiktherapeutischer Behandlungen bei unterschiedlichsten Erkrankungsbildern. Um den unterschiedlichen Aufgaben gerecht zu werden, wird sie in verschiedenen Settings realisiert. Man unterscheidet die zwei Gruppen der rezeptiven und der aktiven Musiktherapie. Die rezeptive Musiktherapie wirkt therapeutisch durch das Hören bestimmter, bereits fertiger oder improvisierter Musikstücke. Kernstück der aktiven Musiktherapie ist die musiktherapeutische Improvisation, in der Klienten bzw. Patienten nach bestimmten Vorgaben oder frei improvisieren. Weiterhin ist die Einzelmusiktherapie von der Gruppenmusiktherapie zu unterscheiden. Die Gruppengröße ist auch aus pragmatischen Gründen unterschiedlich, sollte jedoch zehn Teilnehmer sicher nicht überschreiten.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen die Effektivität musiktherapeutischer Behandlungen bei unterschiedlichsten Erkrankungsbildern.
Foto: Konstantin Börner Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen die Effektivität musiktherapeutischer Behandlungen bei unterschiedlichsten Erkrankungsbildern.

Ziele und Effekte der Musiktherapie

Musiktherapie im Hospiz versteht sich als Ergänzung und Unterstützung zum musiktherapeutischen ambulanten Hospizdienst. Dabei bedeutet Musiktherapie nicht, dass ausschließlich musikalisch gearbeitet werden muss.

Mit dem musiktherapeutischen Ansatz sollen mehrere Ziele erreicht werden. Dazu gehören

  • ein Stück Normalität zu geben
  • ein Weg zu den Gefühlen (Emotionale Hilfe /emotionalen Ausdruck zu üben)
  • die Wahrnehmungsfähigkeit und Ausdrucksfähigkeit zu fordern (Musikalische Dialog)
  • die Verbesserung der Lebensqualität
  • einen unmittelbarer Kontakt zum Patienten zu gewinnen
  • die Verbesserung der körperlichen Beweglichkeit

Die Musiktherapie wird zur Hinführung zu einer geordneten Beweglichkeit genutzt (übungszentriertes Arbeiten) und als Erfahrung einer nonverbalen Kommunikation eingesetzt (erlebniszentriertes Arbeiten). Nicht zuletzt bietet sie die Möglichkeit einer musikalischen Seelsorge (verhaltenszentriertes Arbeiten).

Kontakt

Bild des Benutzers Anke Haase
Anke Haase
Einrichtungsleitung