Humanistischer Filmclub - Für Cineast_innen und solche, die es werden wollen

Die Filmtheoretikerin Laura Mulvey stellte in Visual and other Pleasures (1989) fest, dass Frauen in patriarchalen Kulturen für das männliche Andere stehen. Sie seien gebunden an eine symbolische Ordnung, in der Männer ihre Fantasien und Obsessionen durch sprachliche Beherrschung ausleben können, indem sie sie dem stummen Bild einer Frau aufzwingen, die noch immer als Bedeutungsträgerin firmiert und nicht als Sinnstifterin. Dieser symbolischen Ordnung gilt es zu widersprechen.

Trotz diverser Debatten um Gleichberechtigung und Enthüllungen diskriminierender Disziplinierung innerhalb der Gesellschaft kommt die Frau auch im Film immer noch zu kurz. Die Zeit ist mehr als reif für eine andere Praxis, die Mauern einreißt. Wir wollen 2022 gezielt Frauen in den Mittelpunkt stellen: Vorreiterinnen hinter der Kamera, eindrucksvolle Charaktere vor der Kamera, allein oder verschwistert, machtvoll und explosiv, lasziv und zerbrechlich, melancholisch und euphorisch und zum Glück unaufhaltsam feministisch. Wir stellen jeden Monat einen Film in den Mittelpunkt, der dann unter mehreren Perspektiven diskutiert wird.

Die Filme werden in den Sitzungen nicht in Gänze gezeigt, sondern ggf. Ausschnitte herausgegriffen. Im Mittelpunkt stehen die persönlichen Eindrücke, die Impulse unserer Filmexpert_innen und die gemeinsame Diskussion in entspannter Atmosphäre.

TERMINE: jeweils von 18 – 19.30 Uhr an folgenden Tagen:

09.02.: Maren Ade: Tony Erdmann (2016)

02.03.: Julie Taymor: Frida (2002)

06.04.: Mike Nichols: Silkwood (1983)

04.05.: Phyllida Lloyd: Iron Lady (2011)

01.06.: William Wyler: Infam (1961)

Sommerpause

07.09.: Woody Allen: Matchpoint (2005)

05.10.: Claude Chabrol: Biester (1995)

09.11.: Franco Zeffirelli: Der Widerspenstigen Zähmung (1967)

07.12: Themenabend zum Regisseur Francois Ozon

Moderation: 

KATHARINA SCHÖNRICH hat Philosophie und Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin studiert. Seit vielen Jahren leitet sie filmphilosophische Seminare.

MAXIMILIAN BRUST hat Philosophie, Psychologie und Arabistik in Leipzig und Berlin studiert. Sein Fokus liegt auf Filmphilosophie, französischer Ästhetik, Subjekttheorie, politischer und postmoderner Theorie.

ORT:

Brückenstraße 5A | 10179 Berlin (Pandemiebedingt findet der Filmclub bis einschließlich April digital statt.)

Der Humanistische Filmclub - Für Cineast_innen und solche, die es werden wollen

Einmal im Monat (in der Regel jeden ersten Mittwoch) suchen wir einen Film aus und besprechen ihn zusammen mit unseren Gästen und zwei ausgewiesenen Filmexpert_innen.

Die Humanistischen Filmabende stehen ganz im Zeichen eines klaren Prinzips: sehen, entdecken und diskutieren. Gemeinsam besprechen wir Filme zu verschiedenen Themen und aus unterschiedlichen Genres. Dabei geht es auch um tiefer liegende Schichten (Subtexte), die neben der offensichtlichen Handlung oftmals übersehen werden. Die Ästhetik des Films, seine Sprache sowie (gesellschafts)politische und ethische Implikationen sollen aufgegriffen werden und uns Werkzeuge liefern, unser filmisches Sehen weiterzuentwickeln. Die Liebe zum Film und die Lust am Diskutieren bilden das Herzstück dieser Reihe.

Sie kennen einen Film, der wie geschaffen wäre für unsere Reihe? Gern nehmen wir Ihre Vorschläge für filmischen Diskussionsstoff entgegen.

Wann?

  • 9 Feb, 18:00 Uhr
  • 2 Mär, 18:00 Uhr
  • 6 Apr, 18:00 Uhr
  • 4 Mai, 18:00 Uhr
  • 1 Jun, 18:00 Uhr
  • 7 Sep, 18:00 Uhr
  • 5 Okt, 18:00 Uhr
  • 9 Nov, 18:00 Uhr
  • 7 Dez, 18:00 Uhr

Wo?

Humanistische Akademie Berlin-Brandenburg
Brückenstraße 5A
10179 Berlin

Pandemiebedingt findet der Filmclub bis einschließlich April digital statt.