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Wohnungslosenhilfe: Ausbau richtig, aber nicht ausreichend

Nichts desto trotz begrüßt der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg KdöR den Ausbau der Wohnungslosenhilfe.

"Diese Korrektur ist eine richtige und notwendige Prioritätensetzung" bemerkt Andrea Käthner, zuständig für die sozialen und gesundheitspolitischen Angebote beim Humanistischen Verband in Berlin."

Nach der verbesserten Steuerung des Kältehilfeprogramms 2017/2018 ist die Investition in den Ausbau der Plätze der ganzjährigen Notübernachtungen insbesondere auch für Familien mit Kindern absolut richtig."

Dennoch sind Notübernachtungseinrichtungen kein Ort für Kinder, hier müssen die Wohlfahrtsverbände die Forderung "Keine Zwangsräumungen von Familien" weiter gemeinsam mit aller Energie verfolgt werden.

In Zeiten in denen der Wohnungsmarkt immer enger wird, muss neben allen laufenden Maßnahmen (Förderprogramme, Neubau etc.) ein Schwerpunkt auf die Vermeidung von Wohnungsverlust gesetzt werden. Nur so können einkommensschwache Haushalte vor Obdachlosigkeit geschützt und die Segregation in der Stadt gemindert werden. Die erfolgten Aufstockungen im Beratungsbereich sind hier ein kleiner Schritt.

Nicht entsprechend ausgeschöpfte Möglichkeiten, um Wohnungsverlust zu vermeiden, sieht Katrin Schwabow, zuständig beim Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg KdöR für den Bereich Wohnungslosenhilfe, in den Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten. Schwabow weist weiter darauf hin, dass Beratung bei vielen von Wohnungsverlust bedrohten Haushalten nicht ausreicht. Vielmehr brauche es betreuende und begleitende Hilfen.

"In der Praxis werden diese Hilfen von den Bezirken oftmals zu spät oder gar nicht gewährt. Dies muss sich dringend ändern", erklärt Schwabow.

Während die Ausgaben für Hilfen zur Erziehung und Hilfen für behinderte Menschen in den letzten Jahren stetig anstiegen, da ein kontinuierlicher Anstieg von Berliner Bürger_innen in Notlagen zu verzeichnen ist, blieben die betreuenden Hilfen für Wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen trotz der stark steigenden Wohnungsnot konstant. Hier ist ein Umdenken beim Land und in den Bezirken erforderlich. Eine wohnungspolitische Gesamtstrategie muss aktuell alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Wohnungsnot zumindest nicht weiter steigen zu lassen.

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Katrin Schwabow
Bereichsleitung Kostensatzprojekte
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Thomas Hummitzsch
Leitung des Referats für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit