• Diskussion
  • Das Schüler_innen-Parlament Pusteblume-GS
  • BzMin Marzahn-Hellersdorf Dagmar Pohle auf der Kinderversammlung
  • Maria, 9 Jahre, möchte gerne wählen gehen und traut es sich auch zu.
  • Die Arbeitsgruppe Wohnumfeld findet, es gibt zu Spielgeräte auf den Spielplätzen, die für ältere Kinder attraktiv sind.
  • Nach Kinderrechten fragen
  • Kinderversammlung
Kinderversammlung im Rathaus bei der Bezirksbürgermeisterin

Zum Aktionstag Kinderrechte hat das Kinder- und Jugendbeteiligungsbüro M-H im HVD, LV BB e.V. am 20.11.2017 eine Kinderversammlung organisiert:  das Schüler_innen-Parlament der Hellersdorfer Pusteblume-Grundschule und Vertreter_innen des Bezirksschüler_innen-Ausschuss sind ins Rathaus gekommen, um mit der Bürgermeisterin Dagmar Pohle und den zwei Stadträten Braun und Martin große und kleine Fragen zu Kinderrechten zu besprechen. Als künstlerischer Einstieg wurde der Knetmännchen-Film „Hingucker>Kinderrechte spezial“ der ehemaligen Klasse 6c der Pusteblume-Grundschule gezeigt, im nächsten Block wurden die Politiker_innen zu Kinderrechten befragt und in einem weiteren Block stellten sie sich den Fragen, Beschwerden und Anliegen der Kinder und Jugendlichen. Moderiert wurde die Veranstaltung von dem 18jährigen Karl, der Bundesfreiwilliger im Kinder- und Jugendbeteiligungsbüro ist.

Maria, 9 Jahre, Schüler_innen-Vertreterin der Pusteblume-Grundschule, meldet sich ungeduldig. Zu diesem Punkt muss sie unbedingt etwas sagen. Gerade stellen sich die Bezirksbürgermeisterin  Frau Pohle, ihr Stellvertreter Herr Braun und der Stadtrat Martin den sieben Fragen zu Kinderrechten und Maria, die bisher wie die anderen Kinder aufmerksam zugehört hat, platzt gleich. Denn die Politikerinnen argumentieren gerade zu der Frage nach einer bundesweiten Wahlalterabsenkung damit, dass es einen gewissen Informationsgrad braucht, um wählen gehen zu können. Und den haben Kinder und Jugendliche meist noch nicht. Das sieht Maria ganz anders „Ich bin bestens informiert“ erklärt sie mit Mikrophon. „Ich kenne mich sehr gut aus in Politik, oft viel besser als die Erwachsenen. Also ich würde gerne wählen gehen.“ Chijan, 9 Jahre, der neben ihr sitzt,  sieht das eher so wie die Politiker_innen und  findet die U18-Wahl gut und richtig für Kinder und Jugendliche.

Im Rathaus-Saal in Helle Mitte ist die Diskussionsfreude bei den Kindern und Jugendlichen groß. In Arbeitsgruppen stellen sie ihre Ergebnisse zur Diskussion: ein kleines „Forscherteam“  hat eine Mini-Umfrage zu der UNICEF-Rangliste „Was Kinder brauchen und ihnen wichtig ist“ gemacht. Ashley, 10 Jahre, legt dar, dass von den 14 Befragten, zwei Kinder ihres Parlaments akut von Armut betroffen sind. In der Arbeitsgruppe „Wohnumfeld“ ging es zunächst um sichere Schulwege, so stellt Philip, 11 Jahre, für seinen Schulweg z.B. die Kreuzung Zossener/Kastanienallee vor, die trotz Ampel für die kleinen Fussgänger_innen durch linksabbiegende Autos als gefährlich erlebt wird. Außerdem findet Leon interessante Spielplätze mit Spielgeräten wie Tunnelrutschen, Seilbahnen, Tischtennisplatten u.a. für ihre Altersgruppe in ihrem Wohnumfeld als nicht genügend vorhanden. Der zuständige Stadtrat Martin lässt sich die Liste zuarbeiten, um sie mit der Spielplatz-Kommission zu bearbeiten. Die Arbeitsgruppe „Schule“ hat sehr viele Themen. Dies ist auch der baulichen Situation der Pusteblume-Grundschule geschuldet, deren Hauptgebäude gerade saniert wird und die dadurch auf drei Standorte verteilt ist. Die Raumknappheit spiegelt sich auch in der schwierigen Essensituation wieder: Max, 10 Jahre, führt aus, dass sie in den Klassenräumen zu Mittagessen müssen und dass das aber auch für die Lernenden eklig ist. Die Politiker_innen verstehen die schwierige Situation, weißen aber darauf hin, es noch ein bisschen Geduld braucht, bis alles fertig ist und damit die räumliche Situation besser. In der AG „Zukunft“ haben sich die Kinder überlegt, wer sie mit 25 sind und ob sie noch in Marzahn-Hellersdorf wohnen und warum. Wie Evgenia sind die anderen 3 Kinder auch sehr aufgeschlossen, im Bezirk zu bleiben. Das Argument für Evgenia ist, dass sie die Häuser in Hellersdorf sehr schön findet. Für die Zukunft der dann 25-Jährigen wünscht sich die Bezirksbürgermeisterin in erster Linie „Frieden. Der ist nicht selbstverständlich.“

Die zwei Vertreter_innen des Bezirkschüler-Ausschusses Christian, 17 Jahre, und Dustin, 16 Jahre, haben eine lange Liste an Themen zusammengetragen: so z.B. der Wunsch nach Schulsozialarbeiter_innen an Gymnasien, „weil die Jugendlichen auch an diesen Schulen Probleme haben“.

Geschlossen wurde die lebhafte Veranstaltung mit informellen Gesprächen und Diskussionen am Buffet. Im nächsten Jahr soll es wieder eine Kinderversammlung geben.