Sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht! Breites zivilgesellschaftliches Bündnis mobilisiert für Liebe und Leben ohne Bevormundung

"Menschenrechte sind erst dann umgesetzt, wenn Menschen weltweit selbst über ihre Sexualität und Familienplanung entscheiden können. Wir fordern die endgültige Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs in Deutschland. Die Strafrechtsparagrafen 219a und 218 sind zu streichen. Zugleich müssen flächendeckende, pluralistische Beratungsstellen, die unabhängig bei Fragen um Sexualität, Familienplanung und Schwangerschaft unterstützen, erhalten und ausgebaut werden”, fasst Ines Scheibe, selbst in der Konfliktberatung für Schwangere und Familien tätig, die wesentlichen Forderungen des Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung als Sprecherin zusammen.

Sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht! Die Mitgliedsorganisationen des Bündnisses setzen mit ihrer Demonstration ein sichtbares Zeichen für sexuelle und körperliche Selbstbestimmung, für individuelle Lebensentwürfe, für geschlechtliche Vielfalt und für ein offenes und buntes Berlin. Die Demonstration am 21. September beginnt um 12 Uhr am Washington Platz (Ecke Ella-Trebe-Straße) mit der Auftaktkundgebung.

Die reproduktiven Rechte und vielfältigen individuellen Lebensweisen sind aktuell stark umstritten und gesellschaftlich umkämpft. Die Bewegung gegen die freie und selbstbestimmte Entscheidung bei gesundheitlichen, sexuellen und familienplanerischen Fragen (Anti-Choice-Bewegung) profitiert dabei vom weltweiten Rechtsruck und ist bis in die rechtspopulistischen und rechtsextremen Strukturen hinein eng vernetzt. 

Über die internationale Situation zum Zugang zu Schwangerschaftsabbruch werden Ariane Lamackova des Center for Reproductive Rights in den USA und Orla O’Connor aus Irland sprechen.

Über die Bedrohung und Diskriminierung von queeren Menschen reden Johannes Blankenstein vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg sowie Andrea F. Ottmer von der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität sowie Katja Zippel von Lesben Leben Familie – LesLeFam. 

Über die erstarkenden antifeministischen, rechstextremistischen und behindertenfeindlichen Kräfte und Strömungen in Deutschland diskutieren im dritten Teil Godula Kosack von TERRE DES FEMMES, Susanne Kahl-Passoth von den Evangelischen Frauen Deutschland, Hanna Kindlein von aktiv und selbstbestimmt - akse sowie Stephanie Schlitt vom ProFamilia Bundesverband. Zur Gesetzesänderung des Strafrechtsparagrafen 219a wird u.a. die verurteilte Ärztin Dr. Bettina Gaber sprechen.

Die genaue Demo-Route, das laufend aktualisierte Programm mit allen Redner*innen und Künstler*innen sowie unseren Aufruf zum Aktionstag finden Sie hier:

www.sexuelle-selbstbestimmung.de/

www.facebook.com/

Zeitgleich zu unserem Aktionstag soll in Berlin-Mitte wieder der sogenannte "Marsch für das Leben” stattfinden. Extrem religiöse, fundamentalistische, konservative sowie rechtsnationale Gegner*innen des Rechts auf sexuelle Selbstbestimmung fordern dort unter anderem das totale Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen. Dafür dürfen und wollen wir ihnen nicht die Straßen überlassen!

Wir freuen uns, wenn Sie unsere Veranstaltung in Ihren Medien ankündigen und bei Ihrer Berichterstattung berücksichtigen. Vor, während und nach der Veranstaltung werden die Hashtags #berlin4choice, #wegmit219a, #wegmit218 sowie #b2109 verwendet. Unter presse@sexuelle-selbstbestimmung.de können Sie mit uns Kontakt aufnehmen. Gern stellen wir am Tag selbst nach unseren Möglichkeiten auch Kontakt zu den Redner*innen her.

Der Aktionstag in Berlin ist der Startschuss für eine bundesweite Aktionswoche, die am 28. September mit Veranstaltungen in über 30 deutschen Städten unter dem Motto "Schwangerschaftsabbruch raus aus dem Strafgesetzbuch!” ihren Höhepunkt finden wird. Alle Infos dazu finden Sie hier.

In Deutschland ist es Ärzt*innen nach wie vor verboten, über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren. Die sogenannte Reform des Strafrechtsparagrafen 219a ist nicht mehr als eine kosmetische Korrektur des Bestehenden. Es fehlt bundesweit an umfassenden Angeboten von Ärzt*innen und Kliniken. In den Parlamenten versuchen die rechtspopulistische AfD und Teile der christlich-konservativen CDU/CSU das Recht auf körperliche und sexuelle Selbstbestimmung einzuschränken. 

Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung ist ein breites Bündnis aus Beratungsstellen, verschiedenen feministischen und allgemeinpolitischen Gruppen, Verbänden, Gewerkschaften und Parteien sowie Einzelpersonen. Seit seiner Gründung 2012 organisiert es Proteste gegen den jährlich stattfindenden, bundesweiten "Marsch für das Leben”. Eine der Kernforderungen des Bündnisses ist der uneingeschränkte Zugang zu einem legalen Schwangerschaftsabbruch und dafür die Streichung des Paragraphen 218 aus dem Strafgesetzbuch. Weiterhin fordert das Bündnis eine geschlechter- und kultursensible Sexualaufklärung für alle sowie eine angemessene Unterstützung für all jene, die sich für ein Kind entscheiden, damit sie ihre eigene Lebensplanung aufrechterhalten können.

In den vergangenen Jahren sind bundesweit viele weitere Pro-Choice-Bündnisse entstanden. Mehr zu unseren Bündnispartnern und deren Forderungen unter www.sexuelle-selbstbestimmung.de.

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Josefine Löser
Referentin für Mediengestaltung und interne Kommunikation
Stefan Nachtwey