• Alle Ausgezeichneten gemeinsam mit Dr. Gabriele Schlimper, Geschäftsführerin des DPW Berlin, und Prof. Barbara John, Vorstandsvorsitzende des DPW Berlin.
    Foto: Paritätischer Wohlfahrtsverband BerlinAlle Ausgezeichneten gemeinsam mit Dr. Gabriele Schlimper, Geschäftsführerin des DPW Berlin, und Prof. Barbara John, Vorstandsvorsitzende des DPW Berlin.

Humanistinnen mit Paritätischer Ehrennadel ausgezeichnet

Dr. Ines Scheibe
Foto: Die Hoffotografen GmbH Dr. Ines Scheibe

Seit 2007 widmet sich Dr. Ines Scheibe als Beraterin, Dozentin und Aktivistin insbesondere der Verwirklichung von Geschlechtergerechtigkeit und der sexuellen Selbstbestimmung. Als Leiterin der humanistischen Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle, an die sich Ratsuchende mit allen Fragen zu Sexualität und Partnerschaft, Schwangerschaft und Familienplanung wenden können, engagierte sie sich über ihre hauptberufliche Tätigkeit hinaus für berlin- und bundesweite Kooperationen zur Sexualaufklärung, für die Verbesserung des Zuganges zum straffreien Schwangerschaftsabbruch, für die rezeptfreie Vergabe der Pille danach und zur Prävention weiblicher Genitalverstümmelung im Rahmen des Runden Tisches "STOPP FGM in Berlin/Brandenburg".

Ihr Engagement für Menschenrechte, Gleichberechtigung und sexuelle Selbstbestimmung, dass in den neunziger Jahren in Berlin begann, durchzieht ihre Biographie wie ein roter Faden, ihr frauenpolitisches Wirken ist beispielgebend.

Noch heute bringt sie sich ehrenamtlich in unterschiedlichste frauenpolitische Netzwerke ein und ist eine der Aktivistinnen des bundesweit aktiven "Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung", welches sie 2009 mit drei weiteren Frauenrechtlerinnen in Berlin als Arbeitskreis gründete. Das Bündnis ist seither enorm gewachsen und setzt sich mit Veranstaltungen und Aktivitäten aktiv für die sexuelle Selbstbestimmung vor allem von Frauen mit all ihren Facetten, insbesondere der Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs ein.

Dr. Scheibe hat für den Aufbau dieses bundesweiten Netzwerkes eine herausragende Bedeutung. In unzähligen Treffen hat sie die oft vereinzelt agierenden Aktiven im Bereich des Engagements für Frauenrechte zusammengeführt und diese motiviert, stärker kooperativ zu wirken. Seit Jahren organisiert sie persönlich die Proteste gegen den sogenannten "Marsch für das Leben", bei dem radikale selbst ernannte Lebensschützer_innen gegen das Recht auf Abtreibung und selbstbestimmtes Sterben mobilisieren.

In Zeiten, in denen Frauenrechte durch politische Akteure wieder zur Disposition stehen, wäre es ein wichtiges Signal, eine der engagiertesten und verdienstvollsten Berliner Feminist_innen mit der Paritätischen Ehrennadel in Silber auszuzeichnen.

Anita Weise
Foto: Konstantin Börner Anita Weise

Anita Weise ist Sprecherin des Berliner Seniorentelefons, das seit 25 Jahren Information und Beratung für Senioren_innen bei Einsamkeit und fehlenden Kontakten, bei Familienproblemen, Konflikten und Trauer bietet. Die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter_innen stehen viermal wöchentlich zu festen Telefonzeiten als anonyme Ansprechpartner zur Verfügung. Das wichtigste Element des Angebots ist es, "Hilfe zur Selbsthilfe" zu leisten. Damit decket das Seniorentelefon eine große Lücke in der sozialen Daseinsfürsorge für ältere und alternde Menschen in Berlin und Brandenburg ab.

Frau Weise ist seit über zehn Jahren aktiv beim Berliner Seniorentelefon, seit drei Jahren agiert sie als Sprecherin. Sie ist nicht nur zu einer wichtigen, sondern zu einer tragenden Säule des Berliner Seniorentelefon geworden. Bei verschiedenen Informationsveranstaltungen wie der Freiwilligenbörse im Roten Rathaus oder in Steglitz-Zehlendorf, bei der Seniorenwoche auf dem Breitscheidplatz sowie an den Sozialtagen im Eastgate in Marzahn steht sie Interessierten mit Rat und Tat zur Verfügung. Unter ihrer Leitung startete das Team seit Jahren zahlreiche Initiativen, um öffentlich über die Situation von Senior_innen in Berlin zu informieren, um Menschen auf die Angebote des Berliner Seniorentelefons aufmerksam zu machen und um neue ehrenamtliche Mitarbeiter_innen zu gewinnen.

Mit persönlich hohem Zeitaufwand, steter Bereitschaft für die eigene Weiterbildung und hohem Einsatz setzt sie sich für ein erfolgreiches Zusammenspiel zwischen den hauptamtlich Aktiven anderer Projekte im Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg und den ehrenamtlichen Mitarbeiter_innen ein. Zudem liegt Frau Weise die Verbesserung der Gesprächsqualität sehr am Herzen. Auch hier leistet sie Enormes und geht vorbildlich voran. Ihr gelingt es mit Ausdauer, Hartnäckigkeit und Freude an der Ehrenamtsarbeit immer wieder aufs Neue, Gastreferenten für Schulungen zu Themen rund um die Pflege oder das Wohnen im Alter zu gewinnen. Dabei kommen allen Teammitglieder_innen ihre Lebenserfahrung und das Wissen um eine erfolgreiche Telefontätigkeit zugute.

Sie ist ein engagiertes Teammitglied, stets darauf bedacht, die Stärken und Schwächen der Teammitglieder für eine solide Ehrenamtsarbeit im Sinne des Berliner Seniorentelefons einzusetzen. Zielstrebig und engagiert ist sie auf die Gestaltung eines abwechslungsreichen und interessanten Teamlebens bedacht.

Kontakt

Petra Wohlfahrt
Koordinatorin Datenschutz