• Protestkundgebung des Bündnis für ein weltoffenes und tolerantes Berlin gegen den so genannten Heß-Gedenkmarsch am Rathaus Spandau
    Protestkundgebung des Bündnis für ein weltoffenes und tolerantes Berlin gegen den so genannten Heß-Gedenkmarsch am Rathaus Spandau

"In Berlin ist kein Platz für Hass!"

Liebe Mitdemonstrierende,

ich freue mich, dass heute so viele Berlinerinnen und Berliner zusammengekommen sind, um gemeinsam ein sichtbares Zeichen für Menschlichkeit zu setzen. An einem Tag, der uns deutlich zeigt, dass der Einsatz für eine Gesellschaft, die allen Menschen ein Leben in Respekt und Würde ermöglicht, eine andauernde Aufgabe ist, die beharrliches Engagement erfordert.

Wir stehen daher heute hier, um deutlich zu machen, dass man aus der Geschichte lernen kann.

Wir stehen heute hier, um zu zeigen, dass Berlin Platz hat.

Platz für Miteinander!

Platz für Vielfalt!

Platz für Kooperation!

Platz für Mitmenschlichkeit!

Wir stehen heute aber auch ganz klar hier, um zu zeigen, dass in Berlin für manches kein Platz ist.

In Berlin ist kein Platz für Hass!

Kein Platz für Rassismus!

Kein Platz für Faschismus!

Wenn Hass, Rassismus und Faschismus in Berlin einen Platz bekommen, wie zu Zeiten des Nationalsozialismus, herrschen Gewalt und Entmenschlichung, Krieg und Zerstörung. Während der Nazi-Diktatur trug derjenige Verantwortung, zu dessen Gedenken hier heute Rechtsradikale und Ewiggestrige auf die Straße gehen wollen. Sie tragen den Menschenhass von Rudolf Hess nicht nur in sich, sie tragen ihn dieser Tage in neuer Form wieder in die Gesellschaft.

Jan Gabriel, Präsident des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg KdöR
Foto: Die Hoffotografen GmbH Jan Gabriel, Präsident des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg KdöR

Auch heute wird wieder Menschen das Menschsein abgesprochen – auf der Straße und in den Parlamenten. Wie damals soll es eine Gruppe mit exklusiven Rechten geben und eine andere, für die diese Rechte nicht gelten.

Das geht sogar so weit, dass wir ernsthaft darüber diskutieren, ob es nicht gesellschaftlich geboten ist, Menschen lieber ertrinken zu lassen, als ihr Leben zu retten, weil sie sich doch schließlich selbst in Gefahr begeben hätten und wir doch nicht allen helfen könnten.

Was ist das für eine menschenverachtende Haltung, frag ich Sie und Euch. Was für ein Menschenbild steckt hinter der Annahme, dass jemandem, der sich selbst in Gefahr begibt, keine Hilfe zusteht?

In Zeiten, wo Menschen wieder öffentlich ihr Recht auf Leben abgesprochen und lautstark ihr Absaufen gefordert wird, wo Schutzsuchende an Leib und Leben bedroht werden, ist es an der Zeit, sich deutlich dagegen zu positionieren.

Gerade als Bürgerinnen und Bürger der Stadt, von der die faschistische Gewaltherrschaft und Vernichtung ausging, wissen wir um die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sich eine solche menschenverachtende Haltung nie wieder etabliert.

Wir stehen daher heute hier, um alle Menschen willkommen zu heißen, die sich gemeinsam für Respekt und eine offene Gesellschaft, für Kooperation statt Spaltung einsetzen.

Mitmenschlichkeit und Solidarität sind die stärksten Waffen gegen Faschismus und Rassismus. Darum lasst uns dieses Willkommen heute laut und deutlich dem Menschenhass entgegen stellen!

Kontakt

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Thomas Hummitzsch
Leitung des Referats für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
0171 97 03 909
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Dr. Alexander Bischkopf
Referent für Weltanschauungsfragen

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