100 Jahre Trennung von Staat und Kirche in Deutschland – Visionen für das nächste Jahrhundert

Herbsttagung der Akademie 

Mit dem Inkrafttreten der Weimarer Verfassung vor 100 Jahren – am 14. August 1919 – setzte sich auch in Deutschland die institutionelle Trennung von Staat und Kirche durch und der deutsche Staat erklärte sich für weltanschaulich neutral. Im Grundgesetz der Bundesrepublik wurden diese Bestimmungen übernommen und sind auf diese Weise weiterhin Bestandteil des geltenden Staatskirchen- und Verfassungsrechts.Die vielfältigen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen der letzten hundert Jahre rechtfertigen die Frage, inwieweit die geltenden Regelungen noch zeitgemäß sind. So hat sich in all diesen Jahren auch die weltanschauliche Zusammensetzung der Bevölkerung verändert. Der Anteil der Konfessionsfreien macht heute bundesweit bald 40% aus. Die religiöse Landschaft hat sich stark ausdifferenziert. Die weltanschaulichen und religiösen Einstellungen
der Einzelnen haben sich individualisiert und die Mitgliedschaft in einer Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft ist alles andere als selbstverständlich.
Vor diesem gesellschaftlichen Hintergrund von Säkularisierung, Pluralisierung und Individualisierung wird zunehmend die sogenannte "Kirchenförmigkeit" des deutschen Religionsverfassungsrechts kritisiert. Und doch bietet sein Trennungsgrundsatz auch Potentiale, die Bevorteilung der beiden großen Kirchen gegenüber anderen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften abzubauen. Neben einer Bestandsaufnahme der 100jährigen Trennung von Staat und Kirche wollen wir einen Blick in die Zukunft werfen: Welche religionspolitischen Visionen werden den Herausforderungen der Gegenwart gerecht und tragen zur Gleichbehandlung der verschiedenen Weltanschauungen und Religionen bei?

 

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Wann?

  • 23 Okt, 16:00 Uhr

Wo?

Friedrich-Ebert-Stiftung
Hiroshimastraße
10785 Berlin
030319886437

23. Oktober 2019
16-21 Uhr

In Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung
Gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und der Bundeszentrale für politische Bildung