Verantwortung und Miteinander: Buddys im Einsatz
Kinder gehen zu zweit über den Schulhof, sie tragen neon-grüne Westen und unterhalten sich angeregt. Hin und wieder sprechen sie andere Kinder an, die alleine sind oder traurig aussehen, vielleicht Streit haben oder in Handgreiflichkeiten verwickelt sind. Die Idee dahinter: Schüler*innen kümmern sich um einander, hören zu, helfen, wenn sie können oder holen Hilfe, kurz: Sie übernehmen Verantwortung für die Schulgemeinschaft. Dabei lernen sie von- und miteinander.
Was als Konfliktlotsen-Programm schon vor Jahren für die 5. und 6. Klassen entstanden ist, entwickeln wir jetzt auch für jüngere Kinder: Wer Lust hat und es sich zutraut, kommt einmal in der Woche zum Buddy-Treffen. Dort trainieren wir in Spielen, Übungen und Gesprächen Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft zu zeigen und kritische Situationen zu erkennen, zu deeskalieren und später auch Streit zu klären. Dabei sind Teamgeist und Offenheit wichtig, denn Buddys sind für alle da. Humanistische Werte in der alltäglichen Anwendung. Buddys sollen nicht ungefragt eingreifen und nicht urteilen. Das ist nicht immer leicht zu vermitteln, denn der Wunsch zu helfen und wirksam zu sein, ist groß!
Jetzt freuen sich die Buddys auf eine externe Seminarzeit, für viele das Highlight der Ausbildung. Wir hoffen, dass sich das Buddy-Prinzip in der Schule immer weiterentwickelt und durchsetzt.
Demokratie zum Mitmachen – Kinder gestalten ihre Umgebung
Buddys waren auch im Einsatz auf unserer Spielstraße zum Internationalen Autofreien Tag am 22. September. Dafür verwandelten wir die Fahrbahn vor der Schule in eine Straße für Kinder: nur noch Fahrräder, Roller, Rollschuhe und Spielgeräte, Straßenhockey, Seilspringen, Kreide und Riesen-Seifenblasen. Mit Wimpeln wurde die Straße für alle verschönert und sicher gemacht.
Eine spontane (nicht repräsentative) Umfrage durch die Peckwisch-Buddys ergab, dass sich die Mehrheit der Kinder dauerhaft eine Spielstraße wünscht. Möglich ist es, wie berlin- und bundesweit Projekte für Straßen vor Schulen zeigen.
Der Prozess von Erfahren, Reflektieren und Gestalten der konkreten Umgebung mit und für die Kinder ist beispielhaft für Lebenskunde. Schön, wenn es so viel Spaß macht und an der frischen Luft stattfindet.
Bis zur dauerhaften Spielstraße bleibt noch viel Arbeit, auch für die Schülervertretung, die Eltern, Kolleg*innen und Schulleitung, und Geduld werden wir auch üben müssen. Ein wichtiger Teil der Demokratiebildung: Veränderung braucht Nachdruck und Zeit!
Inge Lechner, Lebenskundelehrkraft
Fotos: Inge Lechner