„Und was hat das alles mit Humanismus zu tun?“
Drei 8. Klassen aus Berlin-Kreuzberg besuchten im November den Humanistischen Verband im „Haus des Humanismus“ in Berlin-Schöneberg.
Die Ausflüge ins "Haus des Humanismus" geschahen im Rahmen des Ethikunterrichts, in welchem sich die Schüler*innen laut Rahmenlehrplan mit Religionen und Weltanschauungen auseinandersetzen sollen.
Was ist überhaupt Humanismus? Welche Werte stehen mit ihm in Verbindung? Und finden sich diese auch in verschiedenen Religionen wieder?
Verschiedene Vertreter*innen des Verbandes versuchten dies gemeinsam mit den Jugendlichen zu beantworten. Dabei wurden unterschiedliche Arbeitsfelder des Verbandes präsentiert und aufgezeigt, wie praktischer Humanismus in ihnen gelebt wird.
Nach dem Austausch über humanistische Werte bekamen die Jugendlichen einen Einblick in die Kinderhospizarbeit. Diese legt den Fokus darauf, das Leben als Geschenk zu verstehen und den Kindern schöne Erfahrungen trotz ihrer schwerwiegenden Erkrankungen zu bereiten.
Die Referentin des Neuköllner Pflegestützpunktes berichtete, dass laut statistischer Erhebung, je ein*e Schüler*in pro Klasse in Deutschland in pflegender Verantwortung für Familienmitglieder ist. Hierzu zählen schon Tätigkeiten wie Einkaufen, Übersetzen oder Hilfestellungen beim Ausfüllen offizieller Formulare.
Eine Kollegin der JugendFEIER zeigte Ausschnitte der Feierlichkeiten aus dem Friedrichsstadtpalast und regte die Schüler*innen mit Impuls-Fragen zu einer regen Diskussion an. Auf die große Frage, was sie verändern würden, wenn sie eines Tages Bundeskanzler*in werden würden, antworteten die Jugendlichen z.B. mit der Senkung der Dönerpreise, mit einem späteren Schulbeginn, mit einem offenerem Schulformat.
Einen anschließenden Input bekamen die Schüler*innen durch unsere Ausstellung „Geschichte, Gegenwart und Zukunft des organisierten Humanismus“. Hier schloss sich der Kreis, da sich der ehemalige Vorsitzende des Freidenkerverbandes und Widerstandskämpfer Max Sievers für die Verleihung des Friedensnobelpreises für den Journalisten und Pazifisten Carl von Ossietzky stark machte.
Am Ende bleibt die Frage: Was haben die Jugendlichen von den Projektstunden mitgenommen und was verstehen sie unter Humanismus.
Tina König, Referentin Schulorganisation Humanistische Lebenskunde
Fotos: Anne Gastmann