Pressemitteilung

Humanistische Gefängnisseelsorge

veröffentlicht: 11. Februar 2026, 12:02 Uhr

Start der ersten nicht-religiösen, humanistischen Gefängnisseelsorge in der JVA Nord-Brandenburg, Teilanstalt Neuruppin-Wulkow

In der Justizvollzugsanstalt Neuruppin-Wulkow ist im Januar 2026 bundesweit erstmals eine humanistische Gefängnisseelsorge eingerichtet worden. Das neue Angebot des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg erweitert die bestehenden Seelsorgeformate im Justizvollzug um eine nicht-religiöse, humanistische Begleitung.

Berlin, 11. Februar 2026. Der Haftalltag stellt Inhaftierte vor tiefgreifende persönliche und existenzielle Fragen – etwa zu Schuld und Verantwortung, zu Verlust, familiären Beziehungen oder zur eigenen Zukunft. Die humanistische Gefängnisseelsorge schafft hierfür einen geschützten Rahmen für vertrauliche Gespräche und begleitet Gefangene dabei, ihre Situation zu reflektieren, Orientierung zu gewinnen und neue Lebensperspektiven zu entwickeln.

Brandenburgs Justizminister, Dr. Benjamin Grimm, begrüßt das neue Angebot: „Die humanistische Gefängnisseelsorge ist eine wichtige Ergänzung der bisherigen Angebote. Sie orientiert sich an den weltanschaulichen Hintergründen der Gefangenen und leistet einen wertvollen Beitrag zur individuellen Begleitung, Stabilisierung und Resozialisierung.“

Mit der Einführung des neuen Angebots trägt das Land Brandenburg der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung, dass rund 80 Prozent der Bevölkerung ohne religiöse Bindung leben, jedoch weiterhin Bedarf an professioneller Begleitung in existenziellen Lebenslagen haben. Die humanistische Gefängnisseelsorge ergänzt damit die bestehenden Angebote im Justizvollzug in sinnvoller Weise.

Katrin Raczynski, Vorstandsvorsitzende des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg, betont: „Mit der humanistischen Gefängnisseelsorge schaffen wir ein Angebot für Menschen, die sich eine weltlich-humanistische Begleitung wünschen. Im Mittelpunkt stehen das Zuhören, das Ernstnehmen persönlicher Fragen und die Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben und den eigenen Entscheidungen.“

Das Konzept basiert auf europäischen Vorbildern und langjährigen Erfahrungen, insbesondere aus den Niederlanden, wo die Wirksamkeit humanistischer Seelsorge umfassend wissenschaftlich untersucht ist. Ermöglicht durch Lottomittel des Ministeriums der Justiz und für Digitalisierung des Landes Brandenburg startet das Projekt in der JVA Nord-Brandenburg, Teilanstalt Neuruppin-Wulkow mit einem speziell qualifizierten humanistischen Gefängnisseelsorger. Damit wird in Deutschland erstmals eine humanistische Gefängnisseelsorge institutionell verankert.

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