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Förderunsicherheit 2026

Förderunsicherheit 2026: JuKuZ Gérard Philipe und Mädchen*räume stehen vor massiven Einschnitten
veröffentlicht: 2. März 2026, 09:03 Uhr aktualisiert: 2. März 2026, 11:03 Uhr

Pressemitteilung

 

Die offenen und geschlechtersensiblen Jugendangebote des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg geraten zunehmend unter Druck. 

Für das Jahr 2026 sind die Förderperspektiven für das JuKuZ Gérard Philipe in BErlin-Treptow-Köpenick sowie die Neuköllner Jugendfreizeiteinrichtung  Mädchen*räume bislang nicht gesichert. 

 

 

Trotz laufender Gespräche seit der Antragsstellung im vergangenen Jahr mit den zuständigen Stellen fehlt weiterhin eine verbindliche Finanzierungszusage. Damit stehen zwei wichtige Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Berlin vor erheblichen Einschnitten.

„Offene Jugendangebote sichern Teilhabe und Stabilität im jeweiligen Stadtteil. Werden sie geschwächt, entstehen Kosten an anderer Stelle: in der Jugendhilfe, im Bildungssystem und nicht zuletzt in Form von sozialer Ausgrenzung und fehlender Integration“, betont Alina Schmitz-Jung, Abteilungsleiterin Jugend und Soziales im Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg. „Wir brauchen klare politische Entscheidungen für eine langfristige Finanzierung. Jugendhilfe darf nicht jedes Jahr aufs Neue zur Disposition stehen.“

Beim JuKuZ Gérard Philipe sind jenseits der ausstehenden Förderzusagen auch strukturelle Finanzierungsfragen ungeklärt. Ohne Planungssicherheit ist eine verlässliche Personal- und Angebotsstruktur für 2026 nicht gewährleistet.

Bei den Mädchen*räumen wird die aktuelle Summe aufgrund von Kürzungen verringert und auf zwei Fördertöpfe verteilt, was einen erhöhten Verwaltungsaufwand für ein geringeres Budget bedeutet. Selbst bei erfolgreicher Einwerbung ergänzender Mittel zeichnet sich bereits jetzt eine finanzielle Reduzierung im Vergleich zu 2025 ab. Das zuständige Bezirksamt Neukölln zeigt sich kooperativ und sucht gemeinsam mit dem Träger nach Lösungen. Dennoch bleibt die Ausgangslage angespannt.

Beide Einrichtungen leisten unverzichtbare Arbeit für junge Menschen in ihren Sozialräumen. Sie bieten niedrigschwellige Freizeit-, Bildungs- und Beratungsangebote, schaffen geschützte Räume und fördern soziale Kompetenzen, Selbstwirksamkeit und demokratische Teilhabe.

Die Mädchen*räume richten sich gezielt an Mädchen, junge Frauen und MINTA, die von Mehrfachdiskriminierung betroffen sein können. Das JuKuZ Gérard Philipe ist ein wichtiger Ankerpunkt im Bezirk Treptow-Köpenick, der queeren Jugendlichen verlässliche Strukturen und Orientierung bietet.

Ein Wegfall oder eine deutliche Einschränkung dieser Angebote hätte unmittelbare Folgen: Vertrauensbeziehungen würden abbrechen, Fachkräfte verloren gehen, präventive Strukturen geschwächt. Gerade in Zeiten wachsender sozialer Herausforderungen wäre dies ein fatales Signal.

Der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg fordert die verantwortlichen politischen Akteur*innen auf, zeitnah tragfähige Lösungen vorzulegen. Einrichtungen wie das JuKuZ Gérard Philipe und die Mädchen*räume sind elementarer Bestandteil geschlechtersensibler, sozialer Infrastruktur in Berlin.

Alle Einrichtungen und Projekte des Verbands – und ebenso anderer Träger – stehen in der aktuellen Förderperiode vor großen, vor allem finanziellen Herausforderungen. Auch wenn es jeweils unterschiedliche Gründe sind: Die geschlechterspezifischen Einrichtungen sind von dieser Unsicherheit am stärksten betroffen, neben den beiden Berliner Standorten steht auch die Mädchen*Zukunftswerkstatt in Teltow ohne gesicherte Finanzierung da.

Ansprechperson des Verbandes

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