Humanistische Gefängnisseelsorge
Respekt. Begleitung. Orientierung.
Was ist humanistische Gefängnisseelsorge?
Die humanistischen Gefängnisseelsorger*innen bieten Menschen in Haft und ihren Angehörigen Unterstützung bei Fragen nach Sinn und Orientierung im Leben. Das Angebot ist offen für alle – unabhängig von Religion oder Weltanschauung. In persönlichen Gesprächen hören wir zu und nehmen uns Zeit.
Im Strafvollzug, der eine existenzielle Ausnahmesituation darstellt, schafft die humanistische Gefängnisseelsorge Räume für Vertrauen, Besinnung und persönliche Entwicklung.
Auf diese Weise trägt sie zur Stabilisierung, Selbstklärung und Verantwortungsübernahme bei. Sie unterstützt die individuelle Resozialisierung und stärkt dadurch unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Warum gibt es dieses Angebot in der JVA Neuruppin-Wulkow?
In der Justizvollzugsanstalt Neuruppin-Wulkow sind erwachsene Männer untergebracht, die eine Freiheitsstrafe verbüßen oder sich in Untersuchungshaft befinden. Sie kommen aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen und sie bringen vielfältige Lebensgeschichten, Erfahrungen und Weltanschauungen mit. Die Haftzeit stellt viele von ihnen vor persönliche, familiäre und existenzielle Herausforderungen und wirft Fragen nach Schuld, Verantwortung, Sinn, Beziehungen und Zukunft auf. Die humanistische Seelsorge bietet dafür einen geschützten Gesprächsraum und ergänzt den Vollzug in der JVA Neuruppin-Wulkow durch eine wertschätzende, weltanschaulich offene Begleitung in schwierigen Lebenssituationen.
Unser Verständnis von humanistischem Beistand
Humanistische Seelsorger*innen arbeiten nach Grundsätzen, die auf Vernunft, Mitgefühl, Freiheit und Verantwortung beruhen. Humanistische Gefängnisseelsorge stellt den Menschen in den Mittelpunkt – als ein Wesen, das nach Selbstbestimmung strebt, einen Wirklichkeitssinn hat und sich Rechenschaft über das eigene Handeln ablegen kann. Sie geht von der Überzeugung aus, dass jeder Mensch unabhängig von seiner Lebensgeschichte Würde besitzt und entwicklungsfähig bleibt.
Was machen Humanistische Gefängnisseelsorger*innen?
Humanistische Seelsorger*innen arbeiten unabhängig von der institutionellen Hierarchie in der Justizvollzugsanstalt. Sie leisten Gefangenen Beistand auf der Grundlage ihrer weltanschaulichen Überzeugungen und gehen vertraulich mit den Informationen um, die in den Gesprächen geteilt werden.
Das Angebot der Humanistischen Gefängnisseelsorge umfasst u.a.:
- Einzelgespräche zu existenziellen, persönlichen Fragen zu dem, was im Leben trägt, Halt und Richtung gibt.
- Die Begleitung bei der Auseinandersetzung mit Schuld, Verantwortung und eigenen Entscheidungen.
- Unterstützung, z.B. bei der Bewältigung des Übergangs in die Haft, bei familiären Herausforderungen oder beim Entwickeln sinnvoller Perspektiven für die Zeit nach der Entlassung.
Werte und Haltung
Die Gefängnisseelsorge ist eingebettet in die humanistische Überzeugung, dass:
- jeder Mensch Würde und Respekt verdient,
- Leid, Sorgen und Fragen zum Leben nicht allein zu tragen sind,
- Sinnsuche, Reflexion über Werte und Lebenswege auch ohne religiösen Glauben möglich und wichtig sind,
- praktische Unterstützung ein Zeichen von Solidarität und menschlicher Nähe ist.
Ansprechpersonen
Haben Sie Fragen zum Angebot der Humanistischen Gefängnisseelsorge? Dann wenden Sie sich bitte an: