Johanna Krüsmann, Jürgen Dusel, Tanja Pietzek (v.l.)

Meldung

TransPiz Berlin offiziell gestartet

veröffentlicht: 15. April 2026, 15:04 Uhr

Mit einer lebendigen Auftaktveranstaltung ist unser neuer ambulanter Hospizdienst für junge Erwachsene gestartet – mit Gästen aus Politik, Fachpraxis und betroffenen Familien.

Für lebensverkürzend erkrankte junge Menschen endet ab dem 27. Lebensjahr die Kinderhospizversorgung, der Unterstützungsbedarf jedoch bleibt. Bundesweit gab es für sie bislang keine hospizlichen Angebote – bis jetzt: Am 14. April ging TransPiz Berlin offiziell an den Start. Gäste aus Politik, Fachpraxis und betroffene Familien kamen zu einer lebendigen und informativen Auftaktveranstaltung zusammen.

„Mit TransPiz Berlin begegnen wir einer Lücke in der Versorgung junger Erwachsener mit lebensverkürzenden Erkrankungen. Als Träger mit langjähriger Erfahrung in der Hospizarbeit entwickeln wir unsere Angebote bedarfsgerecht und konsequent weiter. Dieser neue ambulante Dienst ist ein wichtiger nächster Schritt“,

so Sabine Sebayang, Abteilungsleitung Humanistische Hospize. Auch die Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Dr. Ina Czyborra, würdigte das Modellprojekt und das Engagement in einem bislang unterversorgten Bereich.

Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, hob in seinem Grußwort die bundesweite Bedeutung von TransPiz Berlin hervor:

„Junge Erwachsene mit lebensverkürzenden Erkrankungen fallen im Übergang aus der Kinder- und Jugendversorgung durch das Raster. Sie brauchen eine geeignete Anschlussstruktur, die ihren Versorgungsbedürfnissen gerecht wird und sie in ihrer Selbstbestimmung unterstützt. Das Modellprojekt TransPiz Berlin setzt genau hier an und hat sich vorgenommen, eine Lücke im Versorgungssystem zu füllen - das unterstütze ich gern.“Wie wichtig die Weiterentwicklung der Versorgung ist, wurde auch anhand erster Einblicke aus der Praxis deutlich. Besonders eindrücklich war die Perspektive von Sabrina Lorenz: Die Autorin und Aktivistin zeigte, was es bedeutet, mit einer lebensverkürzenden Erkrankung mitten im Leben zu stehen. Mit 27 planen andere Menschen ihre Hochzeit, werden Eltern oder gehen beruflich den nächsten Schritt – Sabrina Lorenz denkt über ihre eigene Beerdigung nach.

Auch der junge Erwachsene Tom Hilbert sprach gemeinsam mit seiner Mutter über seine Erfahrungen – und darüber, was fehlt, wenn es keine passende Begleitung gibt. Dabei wurde deutlich, wie wichtig Angebote sind, die Sicherheit geben und Selbstbestimmung stärken, auch über den Übergang ins Erwachsenenalter hinaus.

TransPiz Berlin wird von der Deutschen Fernsehlotterie gefördert und versteht sich als Modellprojekt mit Signalwirkung über Berlin hinaus. Ziel ist es, die Begleitungslücke zwischen Kinder- und Erwachsenenhospizarbeit nachhaltig zu adressieren und neue Maßstäbe für eine bedarfsgerechte Versorgung zu setzen.

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