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Meldung

Befragung: Wenn die Kinderhospizarbeit endet

veröffentlicht: 5. Mai 2026, 15:05 Uhr aktualisiert: 8. Mai 2026, 15:05 Uhr

Junges Erwachsenenleben mit lebensverkürzender Erkrankung: Wie Betroffene das Älterwerden und die altersbedingten Veränderungen in Versorgung und Strukturen erleben.

Mit 27 Jahren endet in Deutschland formal die Kinderhospizbegleitung. Wie junge Erwachsene diesen Übergang erleben, hat das Projekt HospizKind Berlin in einer qualitativen Befragung untersucht – gefördert durch die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege Berlin. Grundlage sind vier leitfadengeführte Interviews mit jungen Erwachsenen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren (zwei Frauen, zwei Männer) mit unterschied-lichen Erkrankungsbildern und Lebensumständen; zwei Interviews wurden stellvertretend durch nahestehende Bezugspersonen geführt.

Die Ergebnisse zeigen diesen Übergang nicht als singulären Systemwechsel, sondern als länger andauernden Prozess, der häufig bereits vor der Altersgrenze beginnt. Belastungen entstehen insbesondere dort, wo Koordination fehlt, Zuständigkeiten unklar bleiben oder bewährte Unterstützungsangebote im Erwachsenensystem keine direkte Entsprechung finden.

Im Mittelpunkt der berichteten Erfahrungen stehen der Wunsch nach Sicherheit, Orientierung und Kontinuität sowie der Anspruch auf biografische Entwicklung und soziale Einbindung. Mehrere Befragte formulieren konkrete Zukunftsperspektiven wie Studium, Reisen, selbstständiges Wohnen oder die Fortführung persönlicher Interessen. Daneben beschreiben die Befragten den Bedarf an verlässlichen Ansprechpersonen, klaren Zuständigkeiten und koordinierender Begleitung sowie den Wunsch nach Angeboten, die gewachsene Beziehungen – besonders im Rahmen ehrenamtlicher Begleitung – und alltagsnahe Einbindung auch über das Ende der Kinderhospizbegleitung hinaus ermöglichen. Nicht nur die jungen Erwachsenen selbst, auch pflegende Angehörige, die sich über viele Jahre gekümmert haben, gehören dabei zu den Personengruppen, für die gelingende Übergänge eine Entlastung bedeuten. Die Befragung verdeutlicht: Dieser Übergang ist gestaltbar – und gelingt dann, wenn verlässliche Strukturen, stabile Beziehungen und klar definierte Zuständigkeiten zusammengedacht werden.

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