Erster Preis beim QBE-Förderpreis für Matthies Stetter

veröffentlicht: 20. Oktober 2026, 22:10 Uhr aktualisiert: 27. Oktober 2026, 15:10 Uhr

Große Freude an der Humanistischen Fachschule für Sozialpädagogik: Unser ehemaliger Studierender Matthies Stetter hat mit seiner Facharbeit „Die Umgestaltung der Kreativecke zum Mini-Atelier“ den ersten Preis des QBE-Förderpreises 2026 gewonnen. Seine Arbeit zeigt eindrucksvoll, wie aus sensibler Beobachtung, wissenschaftlicher Reflexion und pädagogischer Praxis neue Bildungsräume für Kinder entstehen.

Bei der Preisverleihung am 13. Oktober 2026 im Pestalozzi-Fröbel-Haus in Berlin wurde besonders gewürdigt, wie Matthies Stetter theoretische Grundlagen mit konkreten Veränderungen im Kita-Alltag verbindet. Er schloss seine Ausbildung in der Klasse TZ23a im Januar 2026 an der Humanistischen Fachschule für Sozialpädagogik ab.

Ein Mini-Atelier für selbstbestimmte Bildung

In seiner Facharbeit untersuchte Matthies Stetter die Kreativecke der Kita Kinderhafen Spreeräuber. Das ursprünglich vor allem an den Möglichkeiten älterer Kinder ausgerichtete Atelier stellte die jüngeren Kinder unter drei Jahren vor besondere Herausforderungen: Sie waren bei kreativen Tätigkeiten häufig auf die Unterstützung Erwachsener angewiesen.

Ausgehend von sensiblen Beobachtungen der vor allem nonverbalen Signale der Kinder setzte sich Matthies intensiv mit dem Bildungsbegriff, der historischen Entwicklung des Kindergartenraums und dem Staunen als Ausgangspunkt menschlicher Bildungsprozesse auseinander. Er entwickelte ein eigenes Beobachtungsinstrument, um die Tätigkeiten der Kinder differenziert zu erfassen, und gestaltete das Atelier so um, dass Kinder aller Altersgruppen selbstständig und selbsttätig ästhetische Bildung erfahren und ihre Umgebung aktiv mitgestalten können.

Die Arbeit verdeutlicht, wie der Raum als „dritter Erzieher“ wirken kann: Eine durchdachte Umgebung eröffnet Kindern eigene Handlungsmöglichkeiten und ermöglicht Partizipation auch ohne die ständige Unterstützung Erwachsener.

In ihrer Laudatio hob Sabine Radtke, pädagogische Geschäftsleitung der Kindergärten NordOst, die präzise theoretische Auseinandersetzung und den hohen Praxisbezug der Arbeit hervor.

„Matthies war der Experte seines Themas – und wir durften von ihm lernen.“

Nadine Beisler, Tandem-Schulleitung der Humanistischen Fachschule für Sozialpädagogik, blickt mit Stolz auf die gemeinsame Ausbildungszeit zurück:

„Wir sind äußerst stolz, dass wir Matthies während seiner Ausbildung begleiten und seiner Ehrung beiwohnen durften. Nicht nur die Facharbeit war eine sehr gute Leistung – auch das Kolloquium war ein Erlebnis. Wir sind uns dort auf Augenhöhe begegnet: Matthies war der Experte seines Themas, und wir durften von ihm lernen.“

Auch Micheline Richau, die Matthies’ Facharbeit betreut hat, freut sich über die Anerkennung:

„Ich freue mich sehr, dass Matthies auch außerhalb der Humanistischen Fachschule Anerkennung für seine Arbeit erfährt und sie nicht in der Schublade verschwindet. Seine besondere Leistung liegt in seinen sensiblen Beobachtungen und darin, wie er die nonverbale Kommunikation der Kinder festgehalten hat. Daraus entwickelte er sein Thema und gestaltete den Raum zu einer anregenden und genussvollen Lernumgebung weiter, in der auch die jüngsten Kinder Materialien selbstständig erkunden und eigene ästhetische Forschungsprozesse verfolgen können.“

Fachliche Qualität, die etwas bewegt

Der Erfolg von Matthies Stetter macht deutlich, was eine gute Ausbildung auszeichnet: Studierende lernen, pädagogische Situationen genau zu beobachten, wissenschaftliche Erkenntnisse kritisch zu reflektieren und daraus fundierte Handlungsmöglichkeiten für die Praxis zu entwickeln.

An der Humanistischen Fachschule für Sozialpädagogik begleiten wir unsere Studierenden intensiv bei der Entwicklung und Ausarbeitung ihrer Facharbeiten. Dabei geht es nicht allein um eine Prüfungsleistung, sondern darum, eine eigene fachliche Haltung zu entwickeln und pädagogische Praxis aktiv mitzugestalten.

Dass Matthies’ Arbeit nun mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde, ist für uns eine besondere Bestätigung dieses Anspruchs. Wir freuen uns, ihn auf seinem Ausbildungsweg begleitet zu haben, und gratulieren ihm herzlich zu dieser verdienten Anerkennung!

Weitere Informationen zum QBE-Förderpreis 2026 gibt es beim Verein Qualität in Bildung und Erziehung e. V.

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