Warum eine Patientenverfügung gebraucht wird?

Von einem Tag auf den anderen oder auch schleichend kann sie verloren gehen: Die Fähigkeit zur Lebensführung. Dass diese einmal in der Hand anderer – fremder – Menschen liegen könnte, entspricht kaum den eigenen Vorstellungen.

Die meisten Bürger_innen gehen von einer falschen Annahme aus: Nämlich dass Familienangehörige für sie automatisch eine gesundheitliche Entscheidung treffen oder eine Unterschrift leisten könnten, wenn der Betreffende das – vielleicht nur vorübergehend – nicht mehr kann.

Das stimmt nicht! Auch Kinder und Ehegatten müssten dazu vorher mit einer (Vorsorge-)Vollmacht legitimiert worden sein. Sonst muss sich zwangsläufig das Betreuungsgericht einschalten. Deshalb sollte eigentlich jeder Erwachsene eine (hier: immaterielle) Vorsorge getroffen haben.

Die Frage, wer später den eigenen Willen rechtsgültig zur Geltung bringen soll, wird in einer sog. Gesundheitsvollmacht festgelegt. Schwerwiegende medizinische Entscheidungen erfordern jedoch einen weiteren Schritt, nämlich die Klärung der Frage, wie der eigene Wille rechtsfest dargestellt wird. Dies geschieht in einer Patientenverfügung, die festhält, wie der Patientenwille in kritischen Situationen überhaupt lautet. Gäbe es sie nicht, würde dem Gesundheitsbevollmächtigten ggf. eine schwere Bürde aufgelastet und er bei Entscheidungen völlig hilflos bleiben.

Ein ungewolltes, langes "Dahinsiechen" zu vermeiden ist ohne Patienten­verfügung (s.u. tragische Schicksale) kaum oder nur schwer möglich. Dazu sollte eine Gesundheitsvollmacht zumindest durch eine STANDARD-Patientenverfügung ergänzt werden. Als noch anspruchsvollere Alternative kann die Erstellung einer OPTIMALEN Patientenverfügung nach Ihren persönlichen Vorstellungen und Voraussetzungen empfohlen werden. Diese ist dann so konkret, dass sie unmittelbar für Ärzte verbindlich gilt, d.h. auch ohne einen Gesundheitsbevollmächtigten.

Immer mehr Menschen möchten darüberhinaus ihre individuellen Vorstellungen von Würde und Lebensqualität berücksichtigt wissen – dazu eignet sich keine Standard-Lösung. Als individuelle Lösung für höhere Ansprüche empfielt sich eine OPTIMALE Patientenverfügung, die qualifiziert für Sie persönlich angefertigt wird. Die Gebühren für die Anfertigung betragen zwischen (ermäßigt) 70 und 140 Euro (jeweils zweifache Ausführung inkl. Vollmachten, Beratung ist auf Wunsch inbegriffen).

Sie können dann zusätzlich bei der Patientenverfügung im HVD in Berlin einen Antrag auf Patientenschutz mit individuellen Notfallpass beantragen (zusammengefaltet in Ausweisformat).