Patientenschutz: Notfallpass und Hinterlegung

Unsere Maximen für den Patientenschutz lauten:

  • Wir verwahren zuverlässig Ihre Dokumente.
  • Wir erinnern Sie an Durchsicht und nehmen Aktualisierungen vor.
  • Wir sorgen später dafür, dass Ihr Wille zur Geltung kommt.
  • Wir unterstützen Ihre Bevollmächtigten, Ärzte und Pflegende.
  • Wir vertreten dabei ausschließlich Ihre Interessen.

Sie können ein Original Ihrer Patientenverfügung - auch zusammen mit einer Gesundheitsvollmacht - beim Humanistischen Verband Deutschlands (HVD) hinterlegen. Wir unterhalten täglich einen Bereitschaftsdienst und werden auch an Sonn- und Feiertagen innerhalb von 24 Stunden tätig.

Mitarbeiter_innen unseres Teams sprechen im eingetretenen Notfall mit Ärzt_innen, Angehörigen und – wenn noch möglich – mit den Betroffenen selbst.

Doch wie ist gewährleistet, dass wir und / oder Bevollmächtigte - z. B. von einer Klinik - überhaupt informiert werden? Dazu dient ein sehr bewährtes Hinweissystem: Der Notfallpass. 

Wenn Sie ein Exemplar Ihrer Patientenverfügung bei uns hinterlegen, erhalten Sie auf Wunsch einen individuell angefertigten Notfallpass in Ausweisform (aus hochwertigem, sehr strapazierfähigem Spezialmaterial).

Der Notfallpass enthält auf der Vorderseite Ihre Bevollmächtigten. Auf der Rückseite alle wichtigen Angaben Ihrer Patientenverfügung in Kurzform, vor allem die, welche Ihrem Willen gemäß im medizinischen Notfall gelten sollen (zu Reanimation, Schmerz­medi­kation, Intensivmedizin, Organ­spende u.a.).  

Wir bitten um Verständnis, dass die kostenfreie Hinterlegung mit Patientenschutz seit 2014 nur noch für unsere registrierten Förderer sowie für Mitglieder des Humanistischen Verbandes Deutschlands angeboten werden kann.

Unsere Philosophie

Wir verstehen Patientenverfügungen als kontinuierlichen Prozess der Begleitung, Qualitätssicherung und Anpassung an geänderte Umstände. Mit der Hinterlegung sind folgende Leistungen verbunden: Sie erhalten automatisch alle 2 Jahre ein Anschreiben mit Aktualisierungsmarken und können jederzeit problemlos Änderungen vornehmen lassen.

Sind keine Änderungen vorzunehmen, muss ein einmal von Ihnen unterschriebene Notfallpass nicht aktualisiert werden. Anders als bei der Patientenverfügung, die in Abständen von 2 Jahren neu unterschrieben werden sollte, bleibt der Notfallpass gültig, solange Sie ihn bei sich tragen. Dieses bedeutet, dass der Betreffende daran festzuhalten gedenkt. Der Notfallpass ist insofern einem Organspendeausweis vergleichbar und enthält auch Angaben zur erlaubten oder untersagten Organspende. Sie benötigen keinen gesonderten Organspendeausweis mehr!

Lange Zeit wurden immer wieder Bedenken geäußert, dass die Sicherung des Patientenwillens im Bereich der Notfallmedizin so gut wie unmöglich sei. Das wird heute so nicht mehr vertreten. Ca. 20 Jahre, nachdem der Humanistische Verband seinen Notfallpass entwickelt hat, gibt es jetzt ähnliche Bemühungen aus dem Bereich der Palliativmedizin. Menschen mit unheilbaren Erkrankungen sollten demnach eine optisch auffällige Ausweiskarte bei sich führen, die im Notfall Ärzte darüber informiert, dass sie keine lebensverlängernden Maßnahmen mehr wünschen. Dabei wird der Vorteil knapper Anweisungen betont.

Ein Antrag auf Hinterlegung wird i.d.R. von uns abgelehnt, wenn eine selbst oder von Anwälten verfasste Patientenverfügung Mindestanforderungen nicht genügt, die in der medizinischen Praxis zu gewährleisten sind. Eine Verpflichtung unsererseits zur Annahme besteht also nicht. Der Grund: Eine unzulängliche PV könnte im Notfall von uns gar nicht zur Geltung gebracht werden. Sie können sich jedoch an andere Stellen und gewerbliche Anbieter wenden, die gegen entsprechende Gebühr jede PV ungeprüft zur Hinterlegung oder Registrierung annehmen.

Wenn Sie Ihre PV zu Hause oder an einem anderen Ort verwahren wollen, ist das auch völlig in Ordnung. Sie erhalten dann von uns ein Hinweiskärtchen.