Humanistische Ethik am Lebensende

Wir treten für Selbstbestimmung im Leben unter Einbeziehung von humanem Sterben ein. Dazu sind für uns menschliche Zuwendung, Fürsorge und Verantwortung gleichermaßen wichtig. Wir vertrauen aus eigener Erfahrung darauf, dass sich  Sterbehilfe und Sterbebegleitung vereinbaren lassen - wobei in letzter Instanz dem betroffenen Menschen das letzte Wort gebührt.

Es geht uns darum, wie wir palliative Versorgung mit möglicherweise gewünschter Suizidhilfe oder gezielter Behandlungsverweigerung zusammenführen können.

"Dammbruchszenarien", dass die Patientenautonomie für die Entwicklung der Gesellschaft gefährlich wäre, halten wir für ideologisch motiviert und suchen stattdessen nach humanen und verantwortbaren Lösungen. Dazu kooperieren wir mit Ärzten, Kliniken, Betreuungsstellen, Hospizen. 2009 haben wir an Dr. Michael de Ridder unseren Ossip-K.-Flechtheim-Preis verliehen.

Unsere praktische Ethik ist an Vernunft, Toleranz und Verantwortung orientiert. Zu unserem humanistischen Menschenbild gehören Würde, Mitmenschlichkeit und die Zurückweisung von Fremdbestimmung und Respekt.

Es ergäbe sich ein reduziertes Menschenbild, wenn die Autonomie des Einzelnen verabsolutiert  würde. Deshalb muss sie in Sozial- und Sinnbeziehungen eingebettet sein.

In der modernen Gesellschaft können "existentielle" Not, Trostlosigkeit, Verwahrlosung und Isolation drohen, denen wir als Humanisten und Humanistinnen unser Engagement entgegen setzen:

  • mit praktischer (professioneller) Arbeit v. a. in den Bereichen Soziales und Gesundheit, humanistische  Kindertagesstätten,  Jugend (Juhus) , Bildung und weltliche Trauerkultur
  • mit Begleitung in Lebenskrisen und zahlreichen Projekten mit ehrenamtlichen Helferinnen, z. B. von und für Senior(inne)n und im Rahmen unserer Hospiz- und Besuchsdienste.
  • mit "weltlich-seelsorgerischer" Lebens- und Krisenhilfe.