• Ausgezeichnete Projekte 2016, Gruppe "Welt und Umwelt", Foto: Grit Hiersemann, Jena
Spiel mit Sprache zum Grundgesetz

Text: Jana Rieger, Fotos: Cinio Jeschke

Vom 20. bis 23. Juni 2017 führte die 27. Lernstatt Demokratie die Projektgruppen und Projekte der Ausschreibung "Gesagt. Getan. 2016" vom Wettbewerb Demokratisch Handeln zusammen.
Unser Lebenskundeprojekt zählte zu den deutschlandweit 68 ausgewählten Projekten.
In einer Ausstellung, im Erfahrungsaustausch mit anderen Projektgruppen, in Workshops und Präsentationen lernten unsere Schüler_innen ihre Projektarbeit professionell zu präsentieren und nahmen hochmotiviert an den Demokratie-Workshops und Diskussionen mit Politiker_innen teil.
Die kreative Atmosphäre gab uns Impulse für die weitere schulische Arbeit.
„Gruppen, deren Projekte gelungen sind, erfahren, dass ihr Tun für andere anregend sein kann. Wer erst am Beginn steht oder mit Schwierigkeiten kämpft, erhält Hinweise und gewinnt Partner. Die Teilnehmer erleben die Veranstaltung auch als großes Fest, nicht nur als Arbeitstreffen“, schreiben die Organisator_innen der Lernstatt Demokratie.
Ein besondere Begegnung für unsere Schüler_innen war die Preisverleihung des "Hildegard Hamm-Brücher-Förderpreises für Demokratie lernen und erfahren". Die Ehrenpreisträgerin in diesem Jahr war Esther Bejarano – Sängerin, Musikerin, Zeitzeugin und Vorsitzende des Auschwitz-Kommitees. Die 92 Jährige wurde unter anderem für ihr Lebenswerk und ihr anhaltendes Engagement gegen Rassismus und Faschismus und für eine demokratische Kultur in Deutschland und der Welt ausgezeichnet. Als musikalisches Highlight rockte die 92 jährige zusammen mit der Rap-Band Microphone Mafia den Saal und bekam stehende Ovationen von den Jugendlichen.
Ein Exemplar unseres Buches schenkten wir ihr als unser großes Dankeschön.

Großer Dank an Esther Bejarano (Mitte) mit unserem Buch "Spiel mit Sprache zum Grundgesetz", Foto: Cinio Jeschke

Den ersten Schwerpunkt unseres Projekts bilden die Grundrechte. Diese wurden mithilfe des Kooperations-Projekts "HOUSE OF RIGHTS" von den Klassenstufen 1 bis 10 behandelt. Initiiert von DeutschPlus e.V. und Van Bo Le-Mentzel, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramm Demokratie leben! Ein selbstgebautes, drei Quadratmeter großes Haus auf Rollen dient der politischen Aufklärungsarbeit, insbesondere der über die Grundrechte. Der Ausgangsgedanke ist, dass das Grundgesetz ein gutes gemeinsames Fundament für das Zusammenleben in der Gesellschaft bildet. Das "HOUSE OF RIGHTS" soll der Zivilgesellschaft dabei helfen, die Grundrechte als ein Werkzeug für ein friedliches Miteinander zu nutzen und zu verstehen. In dem Haus befinden sich 19 noch leere Ordner, die sich mit den Artikeln des Grundgesetzes beschäftigen sollen. Die Idee ist, die Besucher_innen die Ordner mit Inhalten füllen zu lassen: mit Bildern, Gedichten, Interpretationen usw. Die Menschen sollen so die Artikel mit Leben füllen.

Die Freie Montessori Schule ist die erste Station für das "HOUSE OF RIGHTS". Im Rahmen der vorangehenden HOORAY-Woche ist eine Broschüre mit den 19 demokratischen Spielregeln entstanden, in der Schüler die 19 Artikel des Grundgesetzes in 19 demokratische Spielregeln und in ihre Muttersprachen und Dialekte übersetzen. In mehreren Schreibwerkstätten fassen jetzt die Lebenskunde-Schüler_innen ihre Überlegungen zum Thema "Demokratie" zusammen. So entsteht, als Ergebnis der Arbeit, ein Buch. Dieses enthält von Schüler_innen geschriebene Essays, Gedichte, poetry slam-Texte und eine Ausstellung mit Bildern und Plakaten. Zum Abschluss gibt es am "HOUSE OF RIGHTS" eine Ausstellung, eine Kinderrechtewahl und eine Unterschriftenaktion vom "Aktionsbündnis Kinderrechte ins Grundgesetz". Die Beschäftigung mit den Global Goals und dem Weltaktionsprogramm "Bildung für nachhaltige Entwicklung" bildet schließlich den dritten Baustein.

Cinio Jeschke und Tigor Nasoetion (9.Klasse FMSB) an unserem Präsentationsstand

Bemerkenswert finden wir, dass unsere Schüler_innen anhand der Auseinandersetzung mit den Kinderrechten, dem Grundgesetz und den Global Goals ihr Demokratieverständnis stärken und ihre moralische und soziale Kompetenz entwickeln konnten. Mit der Beteiligung am UNICEF-Aktionstag arbeiteten unsere Heranwachsenden mit außerschulischen Partnern zusammen. Sie lernten andere Aktive kennen, die sich für dasselbe Ziel einsetzen.
Die Grundrechte und das Grundgesetz der Bundesrepublik waren von Projektbeginn an als Grundstein anerkannt und dienten uns als Leitfaden für ein friedliches Miteinander.
Danke DeutschPlus e.V. für die Initiative zum HOUSE OF RIGHTS.

Und zum Abschluss noch ein Eindruck von Esther Bejarano, life 2013:

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