• Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit 2012
    Juska Wendland (CC BY-NC 2.0) Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit 2012

„Die Einheit endet nicht am Aufenthaltsstatus“

"Der 3. Oktober ist mehr als ein deutscher Nationalfeiertag. Er erinnert uns an die deutsch-deutsche Wiedervereinigung, das Durchbrechen geschlossener Grenzen und das Zusammenwachsen der Bevölkerung. Die Einheit überspannt darin bewusst nationale Identitäten, sie endet nicht am Aufenthaltsstatus, denn illegale Flucht und der Druck der Bevölkerung haben den Fall der Mauer herbeigeführt.

Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir der Geschichte unseres Landes gedenken – und danach handeln. Das laute Krakeelen der Rechtspopulisten, die Bedrohung durch rechtsterroristische Gruppen, gewalttätige Übergriffe gegen Geflüchtete, Migranten und Minderheiten in ganz Deutschland und politische Bestrebungen hin zu einer nationalen Abschottung lassen es so wirken, als sei unser Land innerlich gespalten. Doch große Protestbündnisse, nachbarschaftliche Solidarität und der breite Einsatz für Umweltschutz zeigen, dass es zahlreiche Beispiele gibt, die das Gegenteil beweisen, die Hoffnung geben und belegen, dass wir in einem Land leben, das immer offener, bunter und vielfältiger wird. In einem Land, in dem sich Millionen Menschen ehrenamtlich für gute Zwecke engagieren. Einem Land, wo die Geschlechtergerechtigkeit stetig (wenn auch langsam) zunimmt und in dem seit einem Jahr die Ehe für alle gesetzlich verankert ist. Wir leben in einem Land, in dem zwar noch viele Gräben zu überwinden sind, das aber in der Welt als Vorzeigebeispiel für gesamtgesellschaftlichen Fortschritt wahrgenommen wird.

Nur mit euch, das ist das Motto der diesjährigen Einheitsfeier. Es liegt an uns allen, die wir in Deutschland leben – Menschen aus Ost, West, Nord und Süd, Jung und Alt, Regierung und Bürger*innen, mit und ohne deutschen Pass – als Einheit unsere Demokratie zu verteidigen, gegen Diskriminierung und Rechtsextremismus aufzustehen, Solidarität zu zeigen und unsere gesellschaftlichen Werte zu wahren. Wir kämpfen für ein offenes, buntes, vielfältiges – ein humanistisches Deutschland."

Kontakt

Lydia Skrabania
Bundesreferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Florian Zimmermann
Präsident des Bundesverbands