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Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche: Bundesbehörden müssen ermitteln

Die vorab veröffentlichten Ergebnisse kommentiert Florian Zimmermann, Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands e.V.:

"Wir sind schockiert von diesen Ergebnissen. Sie zeigen das Ausmaß sexuellen Missbrauchs im Einzugsbereich der Deutschen Bischofskonferenz und das systematische Vertuschen von Missbrauchsfällen. Bei 1.670 aktenkundigen Beschuldigten fordern wir umgehend umfassende Ermittlungen durch die zuständigen Bundesbehörden. Auch kirchliche Institutionen stehen nicht außerhalb unser Rechtsordnung und dürfen keinen Rückzugsraum für organisiertes Verbrechen bilden. Die Opfer sexuellen Missbrauchs haben ein Recht auf eine rechtsstaatliche Verfolgung und Ahndung der Verbrechen, die an ihnen begangen wurden."

Sexueller Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker der katholischen Kirche, so heißt es Medienberichten zufolge in der Studie, finde trotz der zwischenzeitlich ergriffenen Maßnahmen der Kirche weiterhin statt.

"Dies muss ein Ende haben", fordert Florian Zimmermann weiter. "Aufklärung muss endlich umfassend und ohne Einschränkung stattfinden. Eine durch die katholische Kirche selbst beauftragte Studie ohne Zugriff auf Archive ersetzt keine rechtsstaatliche Aufklärung. Nicht mal bei jedem zehnten Fall sexuellen Missbrauchs kommt es zu strafrechtlichen Ermittlungen, meist folgen nur innerkirchliche Maßnahmen wie Frühpensionierung oder Versetzungen. Es wird Zeit, dass sich die Bundesregierung, Bundestag und die zuständigen Ermittlungsbehörden einschalten und der kirchlich kontrollierten Aufarbeitung eine sachorientierte staatliche Untersuchung der Missbrauchsfälle in kirchlichen Institutionen folgen lassen."

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Florian Zimmermann
Präsident des Bundesverbands
Grit Lahmann
Bundesgeschäftsführerin

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