Welthumanistentag mit buntem Straßenfest

Darüber hinaus nehmen zahlreiche Schüler_innen, die den Humanistischen Lebenskundeunterricht besuchen, an Veranstaltungen in ganz Berlin teil. In Brandenburg beteiligt sich der HVD am Welthumanistentag am 5. Brandenburger Dialogforum "Religionen und Weltanschauungen als Integrationsfaktor".

Der Welthumanistentag ist ein anerkannter weltanschaulicher Feiertag. Familien mit einer humanistischen Lebensauffassung können daher beantragen, dass ihre Kinder am 21. Juni vom Schulunterricht befreit werden. Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft hat den Welthumanistentag im Dezember 2014 auf Initiative des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg in die sogenannte Ausführungsvorschrift Schulbesuchspflicht aufgenommen, die eine Beurlaubung zur Pflege der Feierkultur an diesem Tag ermöglicht.

Zum zweiten Mal veranstaltet der HVD zum Welthumanistentag ein offenes Straßenfest mit einem vielfältigen Programm für die ganze Familie. Im Märchenpavillon lauschen die Jüngsten spannenden Geschichten, dazu werden alkoholfreie Cocktails und Säfte serviert. Kinder und Jugendliche können selbst Buttons oder Fotopostkarten herstellen. Wer Lust auf sportliche Aktivitäten hat, der kann sich beim Kicker-Turnier, an der Tischtennisplatte oder beim Skater-Workshop austoben. Auf der Bühne werden Musik, Tanz und Theater geboten, unter anderem mit der Eastside Fun Crew, der A-capella-Band Gretchens Antwort und dem Akustik-Deutsch-Pop-Duo KOA. Vorgestellt werden an diversen Infoständen sowohl die Engagement-Möglichkeiten für Ehrenamtliche – zum Beispiel beim Patenschaftsprojekt "Hallo neue Nachbarn!" für geflüchtete Menschen – als auch die Angebote der Humanistischen Kindertagesstäten, der Humanistischen Fachschule für Sozialpädagogik, der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen sowie vieler weiterer Projekte des Verbandes. Der Mobilitätshilfedienst bietet eine Probefahrt mit einem Fahrrad mit integriertem Rollstuhl an, der Betreuungsverein informiert rund um die Themen Betreuung und Pflege und auch die Hospizdienste des HVD präsentieren sich vor Ort.

HVD-Präsident Jan Gabriel wird das Fest am Mittwoch, den 21. Juni 2017, um 15 Uhr eröffnen. Ein Grußwort richtet am frühen Abend außerdem Gerry Woop, Staatssekretär für Kultur und Europa, an die Besucher_innen. Er wird den Einsatz des HVD für die konfessionsfreien Menschen in Berlin würdigen, die in der Hauptstadt die Mehrheit in der Bevölkerung darstellen.

Gefeiert wird bis etwa 20 Uhr vor der Landesgeschäftsstelle des Verbandes in der Wallstraße 61-65, 10179 Berlin (S Jannowitzbrücke, U2 Märkisches Museum, U8 Heinrich-Heine-Straße, Bus 147 Inselstraße) sowie in der angrenzenden Jugendfreizeiteinrichtung Oase, die sich seit April in Trägerschaft des HVD befindet. Die Wallstraße wird in diesem Bereich (Hausnummern 59 -65) in der Zeit von 7 bis 22 Uhr für das Straßenfest gesperrt, es kommt zu Verkehrseinschränkungen.

"Wir laden alle Interessierten ganz herzlich ein, am 21. Juni mit uns zu feiern, unsere Angebote kennenzulernen und mit uns ins Gespräch zu kommen", sagt Katrin Raczynski, Vorstand des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg. "Nutzen Sie die Gelegenheit, mehr über das humanistische Berlin zu erfahren, diskutieren Sie mit uns über unsere Positionen und verbringen Sie eine gute Zeit mit uns!"

Lehrer_innen des Schulfaches Humanistische Lebenskunde, an dem in Berlin mehr als 62.600 Schüler_innen teilnehmen, werden am 21. Juni mit ihren Gruppen verschiedene Veranstaltungen besuchen. Einige Lebenskundeklassen sehen im GRIPS-Theater das Stück "Ein Fest für Baba Dengiz", weitere Gruppen besuchen die Ausstellung "Erzähl mir was vom Tod" im FEZ. Darüber hinaus nehmen Schüler_innen an Workshops zu den Themen "Gewaltfreie Kommunikation" und "Kinderrechte" im FEZ teil. Andernorts beschäftigen sich im Rahmen eines Fachtages Kinder mit den Kinderrechten. Lebenskundelehrer und Musiker Egbert Nass präsentiert mit seiner 16-köpfigen Band in der Grundschule am Wasserturm in Heinersdorf die Geschichte "Ritter Rost und der Schrottkönig" als Theaterstück für die Klassen 1 bis 4. Und auch beim Straßenfest in der Wallstraße ist die Humanistische Lebenskunde mit "Nachdenkaktionen" für kleine und große Besucher_innen vertreten. "Im Lebenskundeunterricht wie auch tagtäglich in unserem Verband geht es um das gemeinsame Nachdenken darüber, wie wir als Gesellschaft zusammenleben wollen. Dem tragen wir mit diesem Angebot an unsere Lebenskundeschüler_innen Rechnung", so Katrin Raczynski.

In Brandenburg nimmt der HVD am 21. Juni am 5. Brandenburger Dialogforum "Religionen und Weltanschauungen als Integrationsfaktor" teil, das von 10 bis 16 Uhr im Historischen Kutschstallhof in Potsdam stattfindet. Am Vormittag wird Dr. Thomas Heinrichs für den HVD an einer Podiumsdiskussion mit Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke, Bischof Dr. Markus Dröge, Erzbischof Dr. Heiner Koch, Rabbiner Nachum Presman, Musa Jakout vom Verein der Muslime in Potsdam sowie Susanne Krause-Hinrichs,Geschäftsführerin der F.C. Flick Stiftung, teilnehmen und eingangs ein Statement zu "Integrationschancen und Desintegrationsrisiken bei Religionen im Unterschied zu Weltanschauungen" halten. Am Nachmittag übernimmt Dr. Volker Mueller vom Humanistischen Freidenkerbund Havelland die Moderation des Thementisches "Tolerantes Miteinander, Menschenwürde und Menschenrechte aus humanistischer Sicht".

Der Welthumanistentag dient dazu, an die zentralen Werte, Ideen und Prinzipien einer humanistischen Lebensauffassung zu erinnern: vernunftorientiertes und rationales Denken, Selbstbestimmung, Individualität, Toleranz, Solidarität und Mitgefühl sowie die Gewissheit, dass alle Menschen nur ein einziges Leben besitzen. In ganz Deutschland finden an dem Tag Veranstaltungen zum Welthumanistentag statt. Auf einer Konferenz der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union in Oslo wurde am 21. Juni 1986 dieser Tag als "World Humanist Day" ("Welthumanistentag") zum offiziellen Feiertag für Menschen ausgerufen, die ihr Leben ohne Orientierung an religiösen Vorstellungen und auf Grundlage einer humanistischen Lebensauffassung führen.

 

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Sabrina Banze
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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