Sexuelle Orientierung pädagogischer Mitarbeiter_innen spielt in Humanistischen Kitas keine Rolle

Der Fall eines homosexuellen Erziehers, gegen den Eltern einer Kita in Reinickendorf protestierten, sorgt in diesen Tagen nicht nur in Berlin für Aufregung und hat eine generelle Debatte ausgelöst. "Schwule Erzieher stehen immer noch unter Generalverdacht" schrieb etwa die Berliner Zeitung. Die grundsätzliche Haltung von Müttern und Vätern gegenüber männlichen Betreuern wird ebenfalls in vielen Medien thematisiert. Auch der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg verfolgt die Berichterstattung mit großem Interesse – und begrüßt die Entscheidung der betroffenen Kita, sich im aktuellen Fall von den Eltern zu trennen und nicht von ihrem Mitarbeiter.

Der Humanistische Verband betreibt 24 Kindertagesstätten in Berlin und Brandenburg – und bildet an der Humanistischen Fachschule für Sozialpädagogik im Ullsteinhaus in Berlin-Tempelhof auch selbst Staatlich geprüfte Erzieher_innen aus. Die Bildungs- und Erziehungsziele beruhen dabei auf der Lebensauffassung des modernen weltlichen Humanismus, in deren Zentrum Werte wie Toleranz, Solidarität, Selbstbestimmung, Partizipation und Demokratie stehen.

Die Humanistischen Kitas sind offen für alle Kinder. Sie fördern ein Zusammenleben von Kindern unterschiedlicher kultureller Herkunft und von Kindern mit und ohne Behinderungen und verzichten in der pädagogischen Arbeit bewusst auf religiöse moralische Instanzen.

Für die Mitarbeiter_innen gilt die gleiche Willkommenskultur. Britta Licht, Leiterin der Abteilung Humanistische Kindertagesstätten, betont: „Bei uns erfahren Kinder Unterstützung bei den Versuchen, sich die Welt verfügbar zu machen, und erleben eine Pädagogik, die durch Fragen und Austauschprozessen gekennzeichnet ist. In diesem Dialog zwischen Kindern und Erwachsenen werden Bildungswege und -ziele zu einer Einheit, bei der es keine Rolle spielt, welche soziale oder kulturelle Herkunft, welche körperlichen Besonderheiten, welches Geschlecht oder welche sexuelle Orientierung unsere pädagogischen Mitarbeiter_innen haben.“

In den Kindertagesstätten des Humanistischen Verbandes sind insgesamt 465 pädagogische Mitarbeiter_innen beschäftigt. Darunter sind 35 Männer – fünf von ihnen in leitender Funktion.

Humanistische Fachschule für Sozialpädagogik
Ullsteinstr. 114-118
12109 Berlin