Grüne Oase im Glas: Ein Flaschengarten selbstgemacht

Palme, Kaktus, Kies oder Moos – jetzt geht’s los!

"Flaschengärten? Was soll das denn sein?”, fragte ich mich anlässlich eines Radioberichts vor einigen Wochen. War aber sofort neugierig. Von "Gärten oder Pflanzen in Gläsern oder Flaschen” hatte ich noch nichts gehört, geschweige denn gesehen.  

Schon bei den ersten Abbildungen und Fotos war ich Feuer und Flamme für das Pflanzwunderwerk in Miniatur. Die Flaschengärten wirken wie Treibhäuser, grüne Oasen – wie ein schöner Urlaub am heimischen Fensterbrett.  

Ob eine Minipalme auf Sandstrand mit Muscheln oder ein zartes Farnbäumchen mit Moos am schattigen Waldboden mit Blättern und Kieseln, hier kann jeder selbst entscheiden, wohin die Reise gehen soll... Sogar ohne eine Reise zu buchen oder Koffer zu packen!  

Wie bekommt man das hin, war die Frage und dann gingen Vorbereitung und Umsetzung schon los, denn ich fand diese Pflänzchen im Glas so ansprechend und überzeugend, dass ich es unbedingt selbst ausprobieren wollte. 

Ratgeber und Anleitungen für Flaschengärten finden sich - wie immer reichlich - im Internet.  

Es gibt aber auch Flaschengärten auch fertig bepflanzt im Fachgeschäft zu kaufen (mindestens 35 bis 55 Euro oder deutlich teurer, je nach Pflanzenart und Glasgröße). Das hat durchaus Vorteile.  Es werden von einigen Anbietern Garantien für die Pflänzchen übernommen und im Zweifel wird Ersatz geschickt und man bekommt mit einer Bestellung oder einem Einkauf sofort "alles, was man braucht” und muss sich nicht aus verschiedenen Geschäften das Zubehör besorgen. 

Aber: Zum einen ist das nichts für den kleineren Geldbeutel und zum anderen verzichtet man auf das schöne Erfolgserlebnis vom "Alles-ist-Selbstgemacht” und der Freude, wenn das gelingt.  

Was man braucht, um einen Flaschengarten selbst anzulegen: 

  • ein ganz sauberes XXL-Glas/Vorratsglas oder einen Behälter mit Deckel (Kosten etwa 3,50 bis 4,50 € ohne Versand), Volumen von 2,5 l, besser mehr 
  • gut gewaschener -Blähton und – verschieden große und farbige Kieselsteine, Granulat 
  • weißer und/oder schwarzer feiner Sand, kleine Grillkohlestückchen (zur Desinfektion, Schimmelvorbeugung) 
  • z.B. selbst gesammelte Muscheln, Steine und andere Fundstücke zur Dekoration 
  • je nach Pflanzart auch Erde, dann am besten ungedüngte Anzuchterde, damit die Pflanzen nur langsam wachsen, es geht aber auch ohne Erde 
  • möglichst kleine unterschiedliche Pflänzchen in Form und Farbe (z.B. Farn, Palme, Moos, Kaktus, Ficus), auch selbstgezogene Ableger von Pflanzen, Stecklinge und Kakteen sind möglich und ein besonderes Erlebnis 
  • einen langen Löffel und oder einen aufgespiessten Korken 

 

die Vorbereitungen
die Vorbereitungen

Hat man alles beisammen, dann kann es mit sauberen Händen oder Einmalhandschuhen los gehen:  

Die unterste Schicht im Glas ist der Blähton, dann folgt grober Kies (und /oder Steine) und feiner Kies, etwas kleingeböckelte Kohlestückchen, auch Sand und -bei Bedarf- Erde.  

Blähton und Kies bzw. die Steine sollen verhindern, dass die Pflanzen einen feuchten Fuß bekommen und schimmeln. Das Glas wird nur im unteren Viertel befüllt, die Pflänzchen müssen ja auch noch Platz haben.  

Die Pflanzen werden eingesetzt. Dazu beschneidet man die Wurzeln, sie wachsen dann besser an. Mit einem langstieligen Löffel oder einem Korken am Schaschlikspiess drückt man Kies oder Erde um die Pflanze fest. Zum Schluss -je nach Bedarf- noch Dekomuscheln oder Steine zur Verzierung auflegen. Schraubverschluss aufsetzen. Stellplatz des Glases sollte sonnig sein. 

Waren die Steine, Sand oder die Erde beim Pflanzen feucht, braucht man kein Wasser. Falls alles trocken war, dann nur ganz wenig Wasser angiessen. Insgesamt brauchen Pflanzen im Glas wenig Wasser, denn es verdunstet ja im Glas und steht wieder zur Verfügung.  

Zu Beginn sollte das Ganze gut beobachtet werden. Ist das Glas nur morgens beschlagen von Feuchtigkeit, dann ist das in Ordnung. Ist es den ganzen Tag beschlagen, dann sollte es zur Schimmelvermeidung, ein Paar Tage ohne Deckel stehen gelassen werden und dann erst wieder den Deckel aufdrehen. 

Gutes Gelingen beim Nachmachen!  

Schicken Sie uns gerne Ihre Fotos an unseren Brückentreff.  

Daniela Berner 

Kontakt

Daniela Berner
Diplom-Sozialpädagogin