Erlebnisparadies Balkon: Erste Klasse für die Biene

Biene in Action
Foto: D. Berner Biene in Action

Tatsächlich ist "die erste Biene” vor einer Woche in ihr brandneues Insektenhotel "eingezogen”... Und schon nenne ich sie "meine Biene”... 

Dass mein neu angebrachtes "Hotel mit Balkon” - bestehend aus gemütlichen hohlen Bambusröhrchen und überdacht - innerhalb von drei Tagen nach "Eröffnung” schon entdeckt, bewohnt und auch pollenbefüllt werden würde, hatte ich nicht erwartet. Umso schöner war die Überraschung. 

An dem besagten Tag des gegenseitigen Kennenlernes war es ausnehmend warm für Anfang April. Viele Insekten waren also munter und unterwegs. 

Aber, die Art und Weise, wie meine erste Biene ihr neues Zuhause "mit Beschlag belegte und mit Pollen füllte”, war für mich als Beobachterin einfach nur faszinierend und ein kleines Wunder. Alle paar Minuten kam sie schnurstracks zielgerichtet angeflogen mit einer neuen Ladung Blütenstaub und Pollen. Von den etwa 60 angebotenen Röhrchen im überdachten Wohnhaus hatte sie sich eine passende ausgesucht, die sie ohne Zögern immer wieder anflog, wodurch ich erst aufmerksam wurde: Immer wieder wurde erst vorwärts hineingekrabbelt und anscheinend die Vorderbeine entstaubt, dann kam sie rückwärts hinaus, drehte sich draußen flugs um 180 Grad und ging nun ihrerseits rückwärts ins besagte Röhrchen. Nun wurden anscheinend die Pollen der Hinterbeine entladen oder Eier gelegt... Nach ein paar Sekunden erschien Madame und flog erneut zum Sammeln. Ich schnappte mir eine Taschenlampe und leuchtete ins Dunkle, und richtig: man sah ganz am Ende des Röhrchens kleine gelbliche Kügelchen. Ich beobachtete sie noch lange bei ihrem Treiben und die Zuweisung "fleißige Biene” lag mehr als auf der Hand. Am nächsten Morgen war das befüllte Röhrchen sorgsam verschlossen und akkurat verklebt (siehe Bild). Leider hatte ich das Verschließen verpasst. Aber, da sich meine Biene hier pudelwohl fühlt, befüllte sie bereits Röhrchen Nummer zwei und ist jetzt beim dritten. Ich hoffe also, dass ich irgendwann auch mal die Verschlusstechnik beobachten kann.   

An den darauffolgenden plötzlich wieder sehr kalten Tagen, schränkte meine Maja ihre Aktivitäten deutlich ein. Ich leuchtete hinein und sah, dass sie im Röhrchen anscheinend Schutz vor der Kälte (nachts um 0 Grad) suchte - und fand!  

Beim Schließen meiner Wissenslücken bezüglich des Bienenlebens und zügeln meiner Neugier half Lektüre. Die meisten Wildbienen sind die sogenannten Solitärbienen, die zu keinem Volk dazugehören. Sie leben alleine, suchen sich (außer Insektenhotels...) in freier Natur möglichst passende Ablageplätze für ihre Eier. Die Brut schlüpft meist erst im nächsten Jahr. "Ihre Bestäubungsleistung ist beeindruckend - eine Pelzbiene kann bis zu 8.800 Blüten pro Tag besuchen und schafft damit mehr als doppelt so viel wie ihre soziale Verwandte, die Honigbiene. Daher gibt es inzwischen auch erste Versuche, diese Bienen zu züchten und gezielt zur Bestäubung einzusetzen,” kann man beim Naturschutzbund erfahren (https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/hautfluegler/bienen/13704.html).

Beim Nabu wird auch beschrieben, welche Art von Bienenhotel wirklich nützlich und bienendienlich ist.  

Es gibt auf dem Markt leider viele ungeeignete Angebote, z.B. Niströhrchen aus Glas statt aus Holz, scharfkantige Röhrenenden, die die Flügel beschädigen könnten etc. Auch die teuersten Angebote müssen nicht die besten sein.  

Insektenhotels gibt es inzwischen in jedem Baumarkt oder Kaufhaus zu erwerben. Es lohnt sich in jedem Fall, die Tipps der Bienenprofis und Naturschützer zu beherzigen, damit den Bienen und damit auch uns allen geholfen ist.

 

Daniela Berner 

Kontakt

Daniela Berner
Diplom-Sozialpädagogin