• von W. KRÜGER
    von W. KRÜGER

55 Wochen später!

Liebe Besucherinnen und Besucher des Brückentreffs, liebe Interessierte und Gäste unserer Internetseite,

einen herzlichen Dank an die Besucherinnen und Besucher unserer Einrichtung, die mit viel Akzeptanz und Verständnis auf unsere Hygienemaßnahmen und Regeln reagiert haben, dieses weiterhin unterstützen und mit Ausdauer und Disziplin für sich selbst und andere einen solidarischen Beitrag leisten!

Das "erweiterte Wohnzimmer" - von meiner Kollegin Frau Berner erwähnt - wird um einen digitalen Raum ergänzt. Die Idee ist, Besucherinnen und Besucher zu animieren, der aktuellen Situation Ausdruck zu verleihen: in Form von Texten, Bildern, Worten, Fotobeiträgen, oder auch diese zu kombinieren.

Die von mir angesprochenen Besucherinnen und Besucher reagierten zum Teil prompt, andere erbaten sich noch Zeit, sind aber am Thema dran, weitere machen sich jetzt so Ihre Gedanken und überlegen noch, einige möchten nicht.

Die hier gezeigten Beiträge sind Abbildungen von unseren Besucherinnen und Besuchern zum Thema "Pandemie, 55 Wochen später".

Ich freue mich über Ihre Beiträge oder Kommentare per Email (p.berger@hvd-bb.de) und wünsche Ihnen nun einen anregenden Diskurs.

Pascal Berger

von FRAU SCHRÖDER

Pflegefachkraft am Ende ihrer Kraft
Pflegefachkraft am Ende ihrer Kraft
Ernährer verstorben, bedroht vom sozialen Abstieg
Ernährer verstorben, bedroht vom sozialen Abstieg
Wut, Trauer, Hilflosigkeit eines Angehörigen
Wut, Trauer, Hilflosigkeit eines Angehörigen
Hoffnung auf baldige Genesung
Hoffnung auf baldige Genesung
Reha, Folge von Krankheiten, Lungenschädigung, Muskelabbau
Reha, Folge von Krankheiten, Lungenschädigung, Muskelabbau

von MANUELA ENGEL

Frühlingsgruß
Frühlingsgruß

von PASCAL BERGER

DIALOG ZWISCHEN CORO UND IHRER TANTE TRIAGE

"Ey, Coro! Na! Dich habe ich ja mindestens Sieben-Tage-Inzidenz nicht mehr gesehen! Wie geht's?"

"Mutante. Und selbst?"

"Eher so, geht so. Covid ist jetzt 19 und braucht einen neuen Immunitätsausweis. Wir müssen morgen zum Abstrichzentrum, nervt!"

"Na hoffentlich geht's schnell an der Spuckschutzscheibe und die Schlange ist nicht so übertrieben Social Distancing!"

"Hoffe ich auch, sonst sterben wir noch die Übersterblichkeit!"

Beide lachen und reiben sich gegenseitig ihre Ellenbogen.

"Du hast übrigens 'ne neue Frisur, Coro, sieht schicki aus!"

"Naja,  Lockdown dacht' ick mir, ick sah ja schon aus wie Drosten!"

"Na gut, Coro, ich muss weiter, wir zoomen!"

"Alles klar, ich muss auch ins Home-Office. Epi, Demi und Ologisch kommen heute zum Essen, es gibt Take-Away - da wird die Küche zum Epizentrum!"

Beide lachen erneut und verabschieden sich eilig mit dem Fußgruß.

von FRAU SCHRÖDER

Paul und Egon
Paul und Egon
Dr. Lenz
Dr. Lenz

von FAULENZA

Lockdown und Winter zugleich! Mir als Rapperin geht es da wie so vielen anderen Künstler*innen: es heißt, sowohl auf meine Lieblingsbeschäftigung, als auch auf Verdienst verzichten zu müssen. Ich liebe es eigentlich, auf Straßenmusik-Tour zu gehen. Damit verbringe ich normalerweise den größten Teil des Jahres: reisen, neue Orte und Menschen kennenlernen, mich an politischen Aktionen wie Besetzungen und Demonstrationen beteiligen und noch dazu für meine Musik Applaus zu ernten. Anfang diesen Jahres, zum ersten Lockdown, genoss ich es noch, alles etwas ruhiger angehen zu lassen. Mehr zuhause sein, Lieder schreiben…Sehr bald merkte ich jedoch: Musik machen ohne Publikum ist nur das halbe Vergnügen. Ich entdeckte schließlich das Geschichten schreiben für mich. Mit der Sehnsucht nach den nun fehlenden Abenteuern nahm ich mir Erinnerungen vergangener Straßenmusik-Touren vor, und sponn daraus einen ‚Punkig Politischen Reiseroman‘ mit dem Titel ‚Inselgnome auf der Walz‘ (wer Reinhören mag: das Hörbuch gibt es gratis z. B. auf Youtube oder Spotify). Meine gecancelten HipHop-Konzerte machten sich aber irgendwann auch auf meinem Konto bemerkbar. Immerhin, so dachte ich mir dann, habe ich selbst mitten im Corona-Winter hier in Berlin die Möglichkeit, Straßenmusik zu machen. Das kann mir kein Lockdown nehmen! Derzeit spiele ich mit meinem Hut in weiter Entfernung von mir aufgestellt, damit sich die Leute in meine Nähe trauen, und beim Singen in meine Maske hinein nuschelnd – und öfters leider auch merkend, dass man zur Zeit lieber bargeldlos zahlt und kein Münzgeld dabei hat. Aber es lohnt sich dennoch, und sei es nur für meine gute Laune. Straßenmusik mache ich schon seit vielen Jahren. Arbeitszeiten und Arbeitsorte sind genauso flexibel wie die Bezahlung. Mal singe ich mich eine Stunde lang für 50 Cent heiser, mal bekomme ich auch 20 Euro. Viele vergessen nur, dass ich nicht den ganzen Tag Singen und Akkordeon-Spielen kann. Nach einer Stunde bin ich platt. Dann sitze ich nur so mit meinem Hut rum, bis der Bedarf reingekommen ist. Im Sommer suche ich mir dafür ein schattiges Plätzchen vor Supermärkten oder in Bahnhöfen. An den besten Plätzen werden "Bettler*innen" nicht geduldet. Auch in Vor-Corona-Zeiten kamen oft BVG-Securities oder Ladenbesitzer*innen und scheuchten mich weg. Die wenigen einträglichen Orte, die dann noch verblieben, sind oft schon durch zeitungsverkaufende, bettelnde oder musizierende Kolleg*innen besetzt. Im Winter bleibt mir der warme U-Bahnhof, wo ich natürlich auch stets in absehbaren Abständen weggeschickt werde, jetzt noch mehr als sonst. Derzeit spiele ich eine kuriose Mischung aus Weihnachtsmusik und Punk Songs. Immerhin sind manche Leute im Advent besonders spendabel. So komme ich auch in diesem Jahr auf mein Weihnachtsgeld. Andere kaufen mir lieber ein nicht veganes Brötchen oder Duschgel (!). Denn sie fürchten, dass ich mir für Geld "doch nur Drogen kaufe". Und so können sie sich gleich ein bisschen als Eltern aufspielen. Immerhin komme ich so auch im konzertlosen zweiten Lockdown auf meine nötige Portion Applaus. Hoffentlich wird 2021 einfacher. Dann werde ich wieder rumziehen und Abenteuer erleben. Ein frohes besseres Neues Jahr euch allen!

von ANONYM

Auf 2021 und danach,

wenn Corona wieder ein Bier ist,

wenn Tests wieder in der Schule stattfinden,

wenn positive Ergebnisse wieder gut sind,

wenn Isolieren wieder für Häuser und Kabel gilt,

und Masken an Karneval getragen werden.

von W. KRÜGER

"Die Erinnerung ist das einzige Paradies,

aus dem man nicht vertrieben werden kann."

Kommentar von ANONYM

Wenn der ganze Quatsch mit Corona vorbei ist, mach ich es mir zu Hause erstmal gemütlich.

 

Kontakt

Pascal Berger
Diplom-Sozialpädagoge, stellvertretender Leiter