FAQ´s Ehrenamt

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  1. Wie kommt es zu einer Betreuung?

Jeder Mensch kann beim zuständigen Amtsgericht (Betreuungsgericht) eine Betreuung anregen, wenn es Anlass zur Vermutung gibt, dass ein anderer oder er selbst ohne rechtlichen und organisatorischen Beistand nicht mehr im Alltag zurechtkommt.

https://www.berlin.de/gerichte/_assets/was-moechten-sie-erledigen/antrags-bzw-anregungsformular-einer-rechtlichen-betreuung.pdf

Die Voraussetzungen für die Einrichtung einer Betreuung sind in § 1896 BGB geregelt. Wenn ein ärztliches Gutachten ergibt, dass ein Erwachsener aufgrund einer psychischen, seelischen oder körperlichen Erkrankung seine Angelegenheiten nicht selbst regeln kann, wird durch den/die Betreuungsrichter/in die Betreuung für die Aufgabenkreise beschlossen, in denen Betreuungsbedarf vorliegt.

 

  1. Gilt der Betreuungsbeschluss über den Tod hinaus?

Nein. Ist der oder die Betreute verstorben, ist Ihre Betreuertätigkeit beendet. Sie dürfen keine Kontoverfügungen mehr vornehmen oder die Beerdigung organisieren oder Verträge, wie etwa den Mietvertrag, kündigen. Allerdings unterliegen Sie noch der Rechenschaftspflicht gegenüber dem Betreuungsgericht. D.h. Sie teilen dem Betreuungsgericht mit, dass Ihr/e Betreute/r verstorben ist und reichen einen Schlussbericht sowie die Schlussrechnung ein.

  1. Wann ist man als Betreuer*in geeignet?

https://humanistisch.de/x/betreuungsverein-bb/inhalte/ehrenamt

  1. Vorteile rechtlicher Betreuung

Im Unterschied zur Vollmacht unterliegen die Tätigkeiten im Rahmen der rechtlichen Betreuung der betreuungsgerichtlichen Kontrolle. Rechtliche Betreuer/innen müssen jährlich über ihre Aufgabenwahrnehmung berichten. Obliegt ihnen der Aufgabenkreis der Vermögenssorge gehört auch eine sogenannte Rechnungslegung dazu.

Bei bestimmten (schwerwiegenden) Entscheidungen ist die betreuungsgerichtliche Genehmigung einzuholen.

  1. Zeitlicher Umfang ehrenamtlicher Betreuung

Der Gesetzgeber hat in seiner Pauschalvergütung einen Stundenumfang von ca. 2,5 h Stunden pro Monat veranschlagt. So sollte eine ehrenamtliche Betreuung pro Monat nicht mehr als 3-5 Stunden im Monat umfassen.

  1. Welches sind die wesentlichen Aufgaben ehrenamtlicher Betreuung?

Die rechtliche Betreuung ermächtigt Sie in Abgrenzung zu sozialer Betreuung, für die betroffene Person Rechtsgeschäfte vornehmen zu können. Grundsätzlich geht es darum, das Leben des betreuten Menschen so zu regeln, dass es in seinem Sinne lebenswert weitergestaltet werden kann. Eine abschließende Aufzählung oder Benennung Ihrer Tätigkeiten für von Ihnen betreute Menschen ist nicht möglich. Abhängig von Ihren Aufgabenkreisen sorgen Sie per Rechtsgeschäft z.B. für den Lebensunterhalt, indem Sie ggfls. Sozialleistungen beantragen. Sie sorgen für die nötige medizinische oder pflegerische Versorgung, indem Sie eventuell einen Pflegegrad beantragen oder einen Pflegedienst organisieren. Häufig besorgen Sie u.a. den Kontakt mit dem Vermieter und organisieren auch die Energieversorgung und Telefonangelegenheiten. Möglicherweise sorgen Sie auch für die Beschaffung von Arbeit oder Praktika. Im Rahmen der Vermögenssorge kümmern Sie sich eventuell um die Gewährleistung der Zahlungsverpflichtungen und/oder teilen die Mittel für den betreuten Menschen ein. Ausschlaggebend für Ihre Entscheidungen ist dabei immer der Maßstab der oder des Betreuten. Über Ihre Tätigkeit berichten Sie jährlich dem zuständigen Betreuungsgericht.

 

  1. Wofür gibt es Aufgabenkreise?

Der Bestellungsbeschluss des Betreuungsgerichtes muss konkrete Aufgabenkreise für die Betreuung benennen. Die Aufgabenkreise richten sich nach Art und Umfang des jeweiligen Betreuungsbedarfs. Die Begrenzung der Ermächtigung der BetreuerInnen auf die jeweiligen Aufgabenkreise folgt aus der Beachtung des Grundrechts auf Selbstbestimmung des/der Betroffenen.

  1. Benötige ich ein Büro oder technische Ausstattung für die Ausübung ehrenamtlicher Betreuung?

Grundsätzlich sind für Ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Rahmen der rechtlichen Betreuung keine Büroräume oder spezielle technische Ausstattungen erforderlich. Z.B. können alle Anträge bei Behörden oder Gericht auch mündlich gestellt werden. Sie benötigen all das, was Sie üblicherweise auch zur Regelung Ihrer eigenen Angelegenheiten brauchen. So sollten Sie über Telefon und E-Mail-Account verfügen. Treffen mit dem/der Betreuten können im öffentlichen Raum (etwa im Café oder Park), eventuell im Krankenhaus oder Heim oder in der Häuslichkeit der/des Betreuten stattfinden. Im Zusammenhang mit der Betreuungsführung kann sich eine Menge an Unterlagen in Papierform ansammeln, die eventuell mehrere Ordner füllt. Dafür sollten Sie entsprechenden Platz einplanen.

  1. Gibt es Kostenerstattung?

Ihr Aufwand wird derzeit pauschal mit 399,00 € jährlich ausgeglichen. Machen Sie diese Aufwandsentschädigung beim zuständigen Betreuungsgericht geltend, sind keine weiteren Nachweise nötig.  Haben Sie weit höheren finanziellen Aufwand, können Sie beim zuständigen Betreuungsgericht unter Beibringung aller Nachweise die Erstattung beantragen. Nach Prüfung Ihrer Ansprüche setzt das Gericht die Höhe Ihrer Aufwandserstattung dann fest.

  1. Ist man als ehrenamtliche* r Betreuer*in versichert?

Sie sind in Ihrer Ausübung der rechtlichen Betreuung über die Landesjustiz versichert.

  1. Muss man als ehrenamtliche*r Betreuer*in Mitglied im Humanistischen Verband sein?

Nein.

  1. Wie unterstützen mich die Betreuungsvereine des Humanistischen Verbandes?

Wir beraten und begleiten Sie bei Ihrer Tätigkeit als rechtliche_r Betreuer_in. Sie können bei Fragen im Zusammenhang mit Ihrer BetreuerInnentätigkeit jederzeit einen Beratungstermin mit uns vereinbaren.

Sprechzeiten und Kontakt

Sie durchlaufen ein Einführungsseminar. Hier erhalten Sie einen Überblick zu den Grundlagen der rechtlichen Betreuung. Einmal monatlich bieten wir Informationsveranstaltungen an. Darüber informieren wir per E-Mail und auf unserer Website. Zudem gibt es mindestens 4mal im Jahr Erfahrungsaustausche der ehrenamtlichen BetreuerInnen in unseren Räumen. Dabei können Sie mit uns und anderen ehrenamtlichen BetreuerInnen Probleme und Erfolge besprechen.

  1. Gibt es Fortbildungsangebote?

Sie durchlaufen ein Einführungsseminar. Hier erhalten Sie einen Überblick zu den Grundlagen der rechtlichen Betreuung. Einmal monatlich bieten wir Informationsveranstaltungen an. Darüber informieren wir per E-Mail und auf unserer Website. Zudem gibt es mindestens 4mal im Jahr Erfahrungsaustausche der ehrenamtlichen BetreuerInnen in unseren Räumen. Dabei können Sie mit uns und anderen ehrenamtlichen BetreuerInnen Probleme und Erfolge besprechen.

  1. Welche Vorsorgemöglichkeiten gibt es neben rechtlicher Betreuung?

FAQ´s Vorsorge