Tagung „Erasmus: Humanist, nicht Nationalist"

Die seit 2017 im deutschen Bundestag vertretene Partei Alternative für Deutschland hat 2018 die Desiderius-Erasmus-Stiftung als ihre parteinahe Bundesstiftung anerkannt. Damit setzt sie die auch schon vorher mit Landesstiftungen praktizierte Strategie fort, sich mit dem Namen des niederländischen Renaissance-Humanisten Erasmus von Rotterdam (1466-1536) zu schmücken.

Aus diesem Anlass fragen wir auf unserer Tagung in zwei Richtungen:

Erstens nach der hier einmal mehr zum Ausdruck kommenden spezifischen Geschichtspolitik der AfD und ihrer strategischen Bezugnahme auf Elemente der europäischen Geistesgeschichte. Wie sind die eingenommenen Perspektiven auf die deutsche Geschichte einerseits und die christliche Ethik andererseits zu bewerten? Sind diese historischen und konzeptuellen Bezugnahmen sachlich fundiert oder instrumentell, selektiv und gar tendenziös?

Zweitens nach Person, Werk und Wirken des Erasmus von Rotterdam und insbesondere seines Verständnisses von Humanismus. Welche Form des Politischen und was für ein Europa schwebte ihm vor? Wie sah er das Verhältnis von Universalsprache und europäischen Nationalsprachen? In welchem gesamteuropäischen Denkkontext – Morus, Vives, Colet – steht dieser Humanismus? Gibt es "christlichen Judenhass" in seinem Werk?

Programm:

9.00-10.00 Uhr
Geschichtspolitik der AfD
Prof. Dr. Gideon Botsch, Politikwissenschaftler, Moses Mendelssohn Zentrum, Europäisch-Jüdische Studien Universität Potsdam

10.15-11.15 Uhr
Die AfD und die (christlichen) Werte
Dr. Maren Behrensen, Institut für Christliche Sozialwissenschaften, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

11.30-12.30 Uhr
Der Europäer Erasmus von Rotterdam. Ein Humanismus ohne Grenzen.
Prof. Dr. Enno Rudolph, Philosoph und Kulturwissenschaftler

Mittagspause

13.30-14.30 Uhr
Muttersprache - Vatersprache. Über Spannungen zwischen Universalsprache und europäischen Nationalsprachen im Werke des Erasmus
Prof. Dr. Hubert Cancik, Altphilologe und Religionshistoriker

14.45-15.45 Uhr
Das europäische Viergestirn des Humanismus: Erasmus, Morus, Vives, Colet
Prof. Dr. F. O. Wolf, Philosoph und Politikwissenschaftler

16.00-17.00 Uhr
Erasmus von Rotterdam und der christliche "Judenhass" – ein Überblick
Dr. Hildegard Cancik-Lindemaier, Klassische Philologin und Religionshistorikerin

 

Moderation: Dr. Ralf Schöppner, Humanistische Akademie Berlin-Brandenburg

Anmeldung unter: info@humanistische-akademie-bb.de   

 

Wann?

  • 9 Sep, 09:00 Uhr

Wo?

Humanistische Akademie
Seminarräume Brückenstr. 5a
10179 Berlin

Eine Förderung bei der Bundeszentrale für politische Bildung ist beantragt.

Kontakt

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Ralf Schöppner
Geschäftsführer